654 Uebersiedeln und Uebersiedelung.
gleich 40,860 Fuß Pariser Maaß gerechnet. Uebri-genö kann jetzt jeder Brittische Unterthan unter Ge-nehmigung der Kompagnie-Direktoren frei nach Ost-indien handeln, und bei einer Verweigerung diesesHandels hat der Controlerath zu entscheiden.—Wich-tiger sind die Uebersiedelungen der Engländer nachNordamerika für den Zweck dieses Artikels; dennsie beförderten die Auswanderungslust der Europäerdorthin. — Wie schon oben angeführt worden, ver-suchten es einige Engländer sich nach Nordamerikaüberzusiedeln und daselbst Kolonien zu gründen, vondiesen war der unternehmendste Walter Raleigh,der auch 1584 von der Königin Elisabeth den Be-sitz aller Länder erhielt, welche er entdecken und wo ersich niederlassen würde. Allein der Tod dieser Köni-gin (1003) unterbrach die Unternehmungen diesesMannes; denn der Nachfolger der Elisabeth, Ja-kob der Erste, nahm auf diese Schenkungsakte Na-leighs von der Königin keine Rücksicht, sonderntheilte die bis dahin entdeckten NordamerikanischenLänder zwischen dem 34-45° nördlicher Breite inzwei Hälften, von denen er die Eine der sich in Lon-don bildenden Kolonial-Kompagnie unter dem Na-men Virginia- oder Südkolonie zur Gründungvon Niederlassungen überließ, und die Andere, unterdem Namen zweite Virginia- oder Nordkolo-nie, trat er 1606 der Bristol- und Plymouth-Kom-pagnie ab, welche ihr später den Namen Neueng-land gab. Dieses ist nach der Schenkungsakte derElisabeth die älteste Urkunde der Brittischen Regie-rung in Hinsicht der Kolonisation von Nordamerika,und daher nach ihrem Inhalte von großer Wichtigkeitfür die nachherige Unabhängigkeit dieser Staaten;denn eö wurde darin den Kolonisten, nächst dem freienEigenthume des von ihnen zu bebauenden Landes,gleiche Rechte mit den Brittischen Unterthanen und