674 Uebersiedeln und Uebersiedelung.
wohnern von denen 50,000 auf die Besitzungen inAsien und 42,787 auf diejenigen in Westindien kom-men. — Auch die Schweden haben es versucht Ko-lonien anzulegen, aber nach einem noch geringeremMaaßstabe, als die Dänen. Erst nach der RegierungKarls des Zwölften (denn bis dahin waren ihreUnternehmungen mehrenthcils kriegerisch) fing manan, sich mit staatswirthschaftlichen Gegenständen undmit Wissenschaften und Künsten ernstlich zu beschäfti-gen. Man fing an den Handel nach Indien zu be-rücksichtigen. Ein reicher Kaufmann zu Stockholm,Heinrich König, gab diesem Entwürfe Beifall undmachte, daß ihn der Reichstag 1731 gut hieß. Manerrichtete nun eine Ostindische Gesellschaft, der mandas ausschließende Privilegium auf fünfzehn Jahreertheilte, jenseits des Vorgebirges der guten Hoff-nung Handel zu treiben. Um nun so viel, als möglich,dieVortheile des freien Handels mit denen einer privile-girten Gesellschaft zu vereinigen, da sich mehrere Bürgerdagegen auflehnten, setzte man fest, daß die Kapitaliennicht bestimmt seyn sollten, und daß jeder Aktieninha-ber seine Einlagen am Ende jeder Reise wieder zu-rück fordern könne. Da nun die Interessenten meh-rcntheils Fremde waren, so sicherte man dem Landedadurch einen Gewinn, daß man 1500 Reichsthaler,(1000 Conventionsgulden) pro Last eines jedenFahrzeuges, welches sie spediren würden, an die Re-gierung zahlen ließ. Die Gesellschaft richtete ihrenHandel hauptsächlich, wie dieDänen, auf China, undsie war in ihren Unternehmungen, besonders mitdem Theehandel, nicht unglücklich. Die Reichsständeerneuerten daher das Privilegium 1746 und verlang-ten, statt der alten Abgabe eine neue von 50,000 Tha-lern Silbermünze (22,222 Rthlr. 5^ Ggr.) für jedesSchiff. Dieser Vertrag wurde bis 1753 genau er-füllt; dann aber dahin abgeändert, daß die Regie-