Band 
Hundert und zwei und neunzigster Theil, welcher die Artikel Typus bis Übersiedelung enthält.
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676 Übersiedeln und Übersiedelung.

pagnie in Ostende, die aber schon 1731 wieder auf-gehoben wurde. Auch versuchte man es mit einerNiederlassung im letzten Drittel des verwichcnenJahrhunderts auf den Nikobarschen Inseln in Ostin-dien; allein das ungesunde Klima verursachte die Auf-hebung derselben, und so ist weiter an keine Koloniein neuerer Zeit gedacht worden. — Auch Preu-ßen hatte schon 1682 eine Afrikanische Handelsge-sellschaft in Guinea gestiftet, und errichtete daselbst dieKolonie von Groß-Friedrichsburg*). Der Chur-fürst Friedrich Wilhelm der Große, der seinLand in jeder Beziehung erheben und glücklich machenwollte, und so auch durch den Handel, war der Stif-ter derselben. Der Churfürst Friedrich der Dritte,sein Sohn, der nachherige König Friedrich derErste, suchte diese Niederlassung zu befestigen, unddie Holländer zu bewegen, die weggenommenen Werkezn Äkkada und Tukkarary zurück zu geben, welchessich aber bis zum Jahre 1694 verzögerte. Die Ge-sellschaft war in eine sehr üble Verfassung gerathen,obgleich sich der Oberpräsident von Dunkelmannder Gesellschaft kräftig annahm; denn Raute-, ihrVorsteher, hatte sie um vieles Geld gebracht; sie stecktein einer Schuld von 45,000 Thalern, ohne Mittelund Aussichten solche zu decken. Der Churfürst be-schloß aber die Gesellschaft ausrecht zu erhalten underöffnete zu deren Besten eine Anleihe von 70,000Thalern, worauf sie in den Stand gesetzt wurde,1690 sechs Schiffe auszurüsten, und solche nach Gui-nea und St. Thomas zu senden. Die Brandenbur-gische Kolonie auf der zuletzt erwähnten Insel erlittaber wieder in dem erwähnten Jahre einen ansehnlichen

Pauli, Preußische Staatsgeschichte, Bd. 7, wo-selbst man von S. 483 — 528 eine vollständige Geschichteder Afrikanischen Handelsgesellschaft findet.