Band 
Hundert und zwei und neunzigster Theil, welcher die Artikel Typus bis Übersiedelung enthält.
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Übersiedeln und Übersiedelung. 677

Verlust, indem ihr von dem Dänischen Statthalterdas Waarenlager und eine Schiffsladung Sklavenfür angebliche Forderungen weggenommen wurden.Ungeachtet dieser wiedrigen Ereignisse wollte derChurfürst dennoch eine Amerikanische Handlungsgc-sellschaft zu Emden errichten, nach dem ihm von eini-gen Englischen und Holländischen Kaufleuten übcrge-benenPlane; alleinKriege, worein er verwickelt ward,verhinderten die Ausführung dieses Planes, und ermußte auch die erstere Gesellschaft, ihrem Schicksaleüberlassen, die um so mehr herabsank, da die Thcil-nchmer der Gesellschaft besonders Raul«, bloß ih-ren Privatnutzen dabei beabsichtigten. Auch sielenmehrere Schiffe, während des Spanischen Erbfolge-krieges, in Französische Hände, so daß dieses Han-delsunternehmen immer mehr seinen Kredit verlor;allein der König Friedrich der Erste wollte diesesUnternehmen immer noch nicht aufgeben, eine so großeVorliebe hatte er für dieses Institut gefaßt: er glaubtees aufs Neue zu erheben, nachdem Raul« in Unter-suchung gezogen und auf die Festung gekommen war.Der Tod übereilte ihn in seinem Vorhaben, und seinNachfolger König Friedrich Wilhelm der Ersteverkaufte die Besitzungen in Afrika im Jahre 1718für 7200 Dukaten und zwölf Neger an die Hollän-der, da er von deren Wiederherstellung doch nichtshoffte. Zu einer eigentlichen Uebersiedelung vonPreußen ist es bei der Kolonie Friedrichsburg nichtgekommen; es war bloß eine Handelskolonie, die ihrPrivatinteresse wahrnahm, aber nicht das Interessedes Staates berücksichtigte, mithin mußte sie ihr Endeerreichen. — Rußland bedarf selbst der Kolonisten,um seine umfangreichen Ländereyen in Asten, beson-ders Sibirien, zu bevölkern, mithin kann es keine Be-sitzungen in Afrika, Amerika und Neuholland erwer-ben, damit sich Russische Unterthanen dort niederlassen