Band 
Hundert und zwei und neunzigster Theil, welcher die Artikel Typus bis Übersiedelung enthält.
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Uebersiedeln und Übersiedelung. 685

große Schöpfer des Weltalls; allein die zu angehäufteund gedrängte Volksmafse meines Vaterlandes befin-det sich jetzt in einem, mit dieser großen Vorschrift un-vereinbaren Zustande. Manche Personen von mittel-mäßigen Vermögensumständen fühlen sich vom Hei-rathcn aus der Besorgniß zurückgehalten, sich und ihreNachkommen in Dürftigkeit und Noth zu stürzen;Andere von größerem Vermögen suchen eine Art ehe-licher Gemeinschaft, mehr auf Gleichheit des Vermö-gens, als auf gegenseitige Liebe und Zuneigung zugründen, da doch diese allein die sichersten Grundlagenkünftigen Glückes gewähren können. Unter der nie-drigen Klasse wird die Ehe durch die Wohlhaben-dem zurückgehalten, wenn sie nicht im Stande ist,genügende Mittel zur Ernährung ihrer Nachkommenauszuweisen. Wir dürfen uns über diesen Zustandder Gesellschaft nicht wundern, er ist die natürlicheFolge von Reichthum und Wohlstand einer Nation;daß er wirklich Statt findet, kann nicht bezweifelt wer-den, und daß man ein gegen die daraus hervorgehen-den Uebel bewährtes Mittel allgemein verlangt, istgleichfalls klar, und was dies für ein Mittel seynmuß, scheint mir gleichfalls klar, nämlich Auswan-derung. Die Erde füllen heißt: aus solchenübervölkerten Gegenden, wie wir deren jetzt in Deutsch-land, Frankreich und besonders England nicht wenigeantreffen, auswandern; und deshalb sollte man zurUnterstützung einer überflüssigen Volksmasse, die trotzallem Elende, das einst unfehlbar die Nachkommen-schaft dürftiger Ehen treffen wird, noch stets im Zu-nehmen begriffen ist, Mittel ergreifen, dem Theile un-serer Bevölkerung, der uns sonst zur Last fallenwird, Luft zu machen. Dies halt' ich nicht bloß in po-litischer Hinsicht für den Nationalwohlstand wesent-lich nothwendig, sondern in moralischer und reli-giöser Rücksicht für Pflicht aller Regierungen, denen