llebersiedeln und Uebersiedelung. 687
wenden Wohlstand Betrauernden die fruchtbaren Thä-ler des St. Lorenz, Ohio, Mississippi undMissuri, welche sie überall wohl bewässertfinden werden. Ich bin es fest überzeugt, Keiner wirdes zu verneinen wagen, daß neun Zehntheile der täg-lich vor unsern Angen bestraften Verbrechen darausentspringen, daß den Verbrechern die nöthigen Sub-fistenzmittel fehlen. Es ist daher Pflicht derer, die eskönnen, durch ihr Ansehen und ihre Unterstützung da-hin zu wirken, daß solche Unglückliche, die aus Man-gel und Armuth in säst unwiderstehliche Versuchunggerathen, in eine Lage versetzt werden, wo sie sich undihre Familie ernähren können, ohne sich Handlungenwider Gott und ihr eigenes Gewissen zu Schuldenkommen zu lassen, oder statt ihrem Geburtslande zunützen, demselben vielmehr zur Last fallen. Eine Geld-unterstützung ist für einen Nothlcivcndcn unstreitig einZeichen der christlichen Liebe; ihm aber heilsamen Rathzu geben, und seinen Einfluß benutzen, um ihn in eineLage zu versetzen, wo er nicht länger eines solchenBeistandes bedarf, ist eine christliche Liebe von einemhöheren Range. Die eine ist vorübergehend, die an-dere bleibend; die eine entfernt eine gegenwärtige Ver-suchung zu einem Verbrechen, die andere setzt denMenschen über jene Versuchung hinweg. Welchermildthätige Fürst wird, wenn er weiß, daß dreißigReichsthaler für die Uebersahrt eines in derBlüte seines Lebens stehenden Ansiedlers nach Amerikavon diesen todeswürdigen Verbrechen abhalten würden,sich bedenken, diese Summe zu geben? Und obgleichman das traurige, über einen Unglücklichen in der
Mehr kostet eine Reise im Verdecke des Schiffes(8t66rr>»6) für eine einzelne Person gewöhnlich nicht, wennsie sich nämlich selbst beköstiget. Siehe Reise von Ham-burg nach Philadelphia, Hannover, 1800, S. 6.