Band 
Hundert und zwei und neunzigster Theil, welcher die Artikel Typus bis Übersiedelung enthält.
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688 Uebersiedeln und Übersiedelung.

Zukunft verhängte Schicksal nicht vorhersehen kann, soerblicken wir doch täglich geschästslose Menschen einzügelloses Leben führen und ihrem Verderben entge-genwandeln. Es ist daher unsere Pflicht, den Fort-schritt ihres Lasters zu hemmen, wenn es in unsererMacht steht, sie in eine Lage zu versetzen, wo sie ihrBrod auf eine ehrliche Weise verdienen können. Diesist christliche Liebe, und christliche Liebe vom höchstenRange; eine christliche Liebe, welche, wie ich hoffe,einst, wenn die Noth noch mehr dazu zwingt, dieGroßen und Reichen ausüben werden. Ich bin stolzbei dem Gedanken, daß die Deutschen dieser unschätz-baren Tugend bei vielen Gelegenheiten oft freudigund gern huldigen. — Wir haben Bibelgesell-schaften, und unzählige andere Vereine zur Ver-besserung der Menschheit; wir wenden große Kostenan, Missionare auszusenden, den Heiden den großenSchöpfer seines Daseyns anbeten zu lehren, und hel-fen unsern Mitchristen nicht, denen ein solches Unter-kommen Noth thut, die Wälder des Neulandes ein-zunehmen, daß sie den hier umherstreifenden Bewoh-nern die Künste eines bürgerlichen Lebens praktischbeibringen? Ist es nicht unsere Pflicht, die Vortheileunserer bürgerlichen und religiösen Institutionen, wo-durch Deutschland auf den Gipfel menschlicher Größegebracht ist, durch alle nur rechtmäßige und unsermeigenen Lande nicht schädliche Mittel bis zu den Lü-sten Theilen der Erde zu verbreiten? Welch einGegenstand hoch erhebender Betrachtung ist dasFestland von Nordaw' ika dem Deutschen! Uebereine Million seiner L<. ^sleute und deren Nachkom-men sieht er dort in erfreulichem Wohlstände le-ben*-; er findet dort nicht nur seine Sprache und

") Brauns Mittheilungen aus Nordamerika, Braun-schwkig, 1829, S. 213.