Band 
Zweiter Theil. [Cebes - Dyer (John).]
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CHRISTINA

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ankommt, gute Anschläge und einen weisenRathzu geben, so fragt man nicht nach 16 Schilden,sondern nach dem, was man thu» soll. Es fehltdem Salvius nichts, als aus einem guten Haus«zu sein, und er kann sichö für einen großen Vor-zug hallen, daß man ihm keinen andern Vorwurfzu machen hat. Es liegt.mir viel daran, fähigeMänner zu haben.

Die Liebe zu den Wissenschaften und zur Freiheit flößten ihrschon in einem Alter von 20 Jahren den Plan ein', ein Volk,welches nichts als den Krieg verstand, zu verlassen, und dieKrone nieder zu legen. Sie ließ diesen Plan sieben Jahre hin-durch reifen. Als sie endlich durch ihre Abgeordneten beimWest-phäliiche» Frieden, welcher dem Deutschen Reiche Ruhe gab,Präsioiut hatte, stieg sie turnt Tbron, 1654, um ihren leib-lichen Cousin, Carl Gustav, auf denselben steigen zu lassen.Der Widerwille g-gen die Geschäfte, die Zerstreuungen desKönigtums, einige Ursachen zur Unzufriedenheit trugen zudiejem Opfer eben so viel bei, als ihre Philosophie und ihreLiebe zu oen Künsten.

Wenige Tage nach ihrer Niederlegnng der Krone verließ sieSchweden, und ließ eine Münze mit der Umschrift: DerParnaß ist mehr werth, als der Thron, schlagen.Sie durchreiste nun in männlichen Kleidern Dänemark undDeutschland, ging nach Biüsscl, nahm daselbst die caiholischeReligion an, und von da nach Jnspruck, wo sie den Lurheria-nismus feierlich abschwor. An demselben Abende gab man ihrein Schauspiel, weßwegen die Protestanten sagten, welcheentweder diese Reliqionsveränderung nicht billigten, oder sienicht für aufrichtig hielten: Es ist nicht anders alsbillig, daß ihr die Catholiken des Abends einSchauspiel geben, da sie ihnen des Morgens einsgab. Sie schrieb auf eine Handschrift, worin man die Auf-richtigkeit ihres neuen Glanbensbekenntsiisses in Zweifel zog:Chi lo sa non scrive, chi lo scrive non lo fa. Man kann sichhierbei erinnern, daß sie dieselbe Prinzessin war, welche sichdie Worte: Fata viam invenient, zu ihrer Devise gewählthatte.

Gleichgültig gegen alle Religionen, änderte sie, wie mansagt, die ihrige nur darum, um die Meisterstücke der Kunst inItalien mit desto größerer Freiheit zu genießen. Als ihr die

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