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CHRISTINA
Jesuiten zu Löwen eine Stelle neben der Heiligen Brigitta vonSchweden versprachen, antwortete sie ihnen: Es wäre mirweit lieber, wenn man mich unter die Weisenstellte. Was man gewiß weiß, ist, daß Boissac, als siezu Bienne im Dauphins war, sehr übel von ihr aufgenommenwurde, weil er ihr, anstatt sie zu haranguieren, eine förm-liche Rede über das Urtheil Gottes und die Verachtung derWelt hielt.
Der Französische Hof erzeigte ihr große Ehre. Die meistenDamen und Höflinge bemerkten das Genie nicht, das in dieserPrinzessin glänzte; sie sahen in ihr nichts, als ein Weib inMannskleidern, welches schlecht tanzte, die Schmeichler brüs-kierte, und Kopfzeug und Moden verachtete. Mannspersonen,welche nicht so leichtsinnig dachten, ließen ihren Talenten un»ihrer Philosophie Gerechtigkeit widerfahren, tadelten aber dieErmordung des Mvnaldeschi, der ihr Oberstallmeister, undnach einigen ihr Geliebter war. Man weiß, daß sie ibn denio. November 1657 Zu Fontainebleau in der Galerie des cerfsfast in ihrer Gegenwart durchbohren ließ. DieRechtsgclehrtcn,welche Stellen compiliertcn, um dieses Vergehen einer Schwe-din, die ehemahls Königin war, zu rechtfertigen, verdientenentweder ihre Henker oder ihre Opfer zu sein.
Der allgemeine Abscheu, den dieser Mord gegen sie erweckte,verleidete ihr Frankreich. Sie wollte nach England übergehen;da aber Cromwell diese Reise nicht billigte, ging sie als-bald wieder nach Rom ab. Christina überließ sich daselbst ihrerNeigung zu den Künsten und Wissenschaften, vorzüglich zurChemie, den Münzen und Statüen. Alexander VlI. saß da-mahls auf dem Stuhle des H. Petrus. Christina hatte unterseinem Pontificat einige Ursachen zum Mißvergnügen, undwar Willens, nach dem Tode des Königs Carl Gustav, imJahr 1660, nach Schweden zurück zu kehren. Die Standewaren nicht geneigt, ihr eine Krone wieder zu gebe», welche sieniedergelegt halte» Sie kam znm dritten Mahl nach Rom,setzte ihren Umgang mit den Gelehrten dieses Vaterlandes derKünste und mit den Fremden fort.
Im Jahr der Widerrufung des Edicts von Nantes, 1685,schrieb sie an den Ritter von Terson, Französischen Gesandtenin .Schweden, einen Brief über das revocative Edict. Siesagte darin, die Kriegsleute waren sonderbareApostel, und verglich Frankreich mit einem Kranken,
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