CHRISTINA
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dem man einen Arm ablösete, um ein Uebel aus-zurotten, welches Geduld und Sanftmnth geheilthätten. Sie beklagte das Loos der Calvinisten mit einer Artvon Freimüthigkeit, welche machte, daß Bayle, der diesenBrief in sei» Journal aufnahm, sagte, er sei noch ein Uebcr-rest vom Prtoesiantismus; er war vielmehr eine erste Bewe-gung des Mitleids gegen die Proftribierten, oder ein Ucberrestder Animosität gegen Frankreich.
Im folgenden Jahre starb der Prinz von Conde. 'Christina,welche ihn immer bewundert hatte, schrieb an dieScuderi,diesen Helden zu besingen. Der Tod, sagte sie in ihremBriefe, der immer naher kommt, und seine Zeitnicht verfehlt, beunruhiget mich nicht; ich er-warte ihn, ohne ihn weder zu wünschen noch zufürchten.
Sie starb 3 Jahre darauf, 1689, >'m 63, ihre- Lebens.Sie verordnete, daß man auf ihr Grabmahl nichts setzen solle,als folgende Worte: V.Q. M. Vixit CHRISTINA ann. LXII.
Die Ungleichheiten ihres Betragens, ihrer Launen und Nei-gungen (sagt M. d’Alembert), die geringe Decenz, die sieihren Handlungen gab, der geringe Vortheil, den sie auSihren Kenntnissen und ihrem Geiste zog, um die Menschenglücklich zu machen, ihr oft übel angebrachter Stolz, ihrezweideutigen Gespräche über die Religion, die sie verlassen,und über die, welche sie angenommen "hatte, und endlich das,so zu sagen, irrende Leben, daö sie unter Fremden, welche sienicht liebten, führte, alles dieses rechtfertiget, mehr als sieglaubte, die Kürze ihrer Grabschrifr. Ihre Unzufriedenheitkündiget sich in ihren Briefen fast immer durch die Drohungmit dem Tode an. Bei Gelegenheit der an gewisse Orte ge,bundenen ungerechten SicherhkikSrechte, welche sie eifrigst ver-theidigte, schrieb sie an die päpstlichen Beamten: Ich geb'Euch mein Wort, daß diejenigen, die Ihr zumTode verdammt habt, wenn Gott will, noch eini-ge Zeit leben werden; und wenn sie zufälligeines andern, als des natürlichen Todes sterbe»sollten, so würden sie nicht allein sterben.
Ein Musiker war aus ihren Diensten gegangen, um in diedeS Herzogs von Savoien zu treten; sie ward darüber so wü-thend, daß sie folgende, ihrer unwürdige Worte schrieb: Er
ist