Band 
Zweiter Theil. [Cebes - Dyer (John).]
Seite
64
JPEG-Download
 

64

CHRISTINA

ist für mich nicht mehr in der Welt; und wenn ernicht mehr für mich singt, so wird er für nieman-den, sei es auch, wer es wolle, lange mehr sin-gen. — — Er muß in meinen Diensten lebenund sterben.

Christina bekannte selbst, daß sie mißtrauisch, argwöh-nisch, stolz bis z»r 4 A»sschweifung, hitzig, unge-duldig, spöttisch, ungläubig, iudevot, von hefti-gem uud-ungcstümem Temperament war, stas siezur Liebe hinzog, der sie aber nicht unterlag.Wenn dem zu glauben ist, so hatte sie im allgemeinen ein zusonenbares Gemisch von Fehlern und großen Eigenschasten,als daß man sich über die Verschiedenheit der Urtheile, die mannoch jetzt über sie fällt, wundern dürfte.

Archenbolz, B bliothecar des Landgrafen von Hessen Cassel,bat unter dem Titel Denkwürdigkeiten vier dicke Quartan»len über diese Prinzcisin berausgegeben. Man findet darin222 Briefe und zwei Schriften vou Christinen. Die erstere istüberschrieben:

werk der Muße, oder Maximen und Sentenzen, einigesind triviell, andere scharfsinnig, fein und stark gedacht.Die Königin von Schwebe» spricht darin fast zu gleicherZeit für die Toleranz und die Unirüglichkeit deS'Papstes.Die letztere Schrift hat zum Titel:

Betrachtungen über das Leben und die Thaten Alexan-ders des Großen, mit dem sich diese Prinzessin gern ver-gleichen hörte.

Man hat eine kleine Satyre gegen sie gedruckt, unter demTitel:

Leben der Rsnigin Christinn, 1677, in 12.

Sammlung ihrer Münzen, 1742.öl. Lacotnbe lieferte im Jahr.1762 eine gut geschriebene -Geschichte der Rönigin Christine in 12.

Ein anderer Lacombe von Avignon gab auserwahlteBriefe der Königin von Schweden, und geheime Briefeheraus, die untergeschoben sind.

Missen, der sie das Jahr vor ihrem Tode zu Rom sahe,macht folgende Schilderung von ihr: „ Sie ist sehr klein, sehr»dick und fett- Sie hat eine männliche Gesichtsfarbe und

» Stimme,

• .

4