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Zweiter Theil. [Cebes - Dyer (John).]
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DAMIENS

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thun mußte. Er höhlte noch Athem, als man ihm die Sehnenan den Schenkeln zerschnitt, und starb erst, alö man es an denArmen that.

Seine Todesstrafe währte, von dem Augenblick an gerechnet,wo man ihn auss Schaffet brachte, bis zum Augenblicke seinesTodes, fast Eine und eine halbe Stunde. Er behielt sein ganzesBewußtsein, und hob seinen Kopf 7 bis 8 Mahl in die Höhe,um die Pferde und seine gcknciptcn und verbrannten Gliedmaßenzu betrachten. Mitten unter den entsetzlichsten Martern derTortur entfielen ihm einige Plaisanrerien.

Damiens war von ziemlich hohem Wuchs, etwas länglichtcmGesicht, einem kühnen und durchdringenden Blick, harre eine ge-bogene Nase, und einen eingedrückten -Mund. Er pflegte oft fürsich allein zu sprechen, und hatte sich dabei ein gewisses Zuckenangewöhnt. Er war voller Eitelkeit, voll Verlangen sich aus-zuzeichnen, begierig nach Neuigkeiten, tadrlsüchtig, obgleich still,sprach und murmelte für sich allein, war halsstarrig in allenseinen Entschlüssen, kühn in der Ausführung derselben, unver-schämt , lügenhaft, bald ein Frvmmling und bald ein Bösewicht,ging von Verbrechen zu Gewissensbissen über, und wurde ohneUnterlaß von der Heftigkeit des kochendsten Blutes getrieben.

Sein Verbrechen, spricht ein Mann von Geist, hat der Fran-zösischen Nation eben so viel Seufzer gekostet, als es Erklärun-gen ohne Wahrscheinlichkeit von den Ursachen und Veranlassun-gen desselben hervorbrachte. Wie, sagt man, konnte eine( d am a h l s noch, aber leider jetzt nicht mehr) so sanfte,geb ldcte Nation als die Französische, wie konnte ein Jahr-hundert, welches man das philosophische nennt, einenMörder eines von seinen Unterthanen geliebten Königs hervor-bringen? Man antworteke, weil es zu allen Zeiten Elende gab,die weder zu ihrem Jahrhunderte, noch zu ihrer Nation gehörten.Ein Mensch aus den Hefeti des Volks, an Verbrechen gewöhnt,aufgereitzt durch die Vorstellungen einiger unruhigen Köpfe,zur Zeit der Streitigkeiten, welche den Staat und die Kircheentzweiten, entschließt sich zu einem Königsmorde. Sein Ge-hirn entbrennt; es erzeugt sich in ihm eine Fermentation der Ver-zweiflung, die durch das Elend, durch die Furcht vor der Strafe,welche seine Diebstahle verdienten, und durch aufrührerischeReden hervorgebracht wurde. Immer mehr und mehr getriebenvon den widersprechenden Bewegungen, die seine Seele erfährt,

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