EPIPHANIUS
59
vertrieb. Bei dieser Gelegenheit lernte ihn Solon kennen,und schenkte ihm seine Freundschaft. Epimenides verfaßte nachseiner Zurückkauft nach Creta mehrere Werke in Versen, undstarb daselbst um das Jahr 598 vor Christi Geburt in einem sehr
h. hen Alter. Der Apostel Paulus führt iu dem Briefe an Titus,
i, - »2, einen Vers von ihm an.
EPIPHANIUS, Sohn des Carpocrates, wurde in derPlatonischen Philosophie unterrichtet, und glaubte Grundsätzedarin zu finden, welche geschickt waren, den Ursprung des Ue-bels zu erklären, und die Moral seines Vaters zu rechtfertigen.Er setzte ein ewiges, unendliches, unbegreifliches Princip vor-aus , und verband mit diesem Fundamental - Princip das Systemdes Valentin. Bei der Aufstellung von Gesetzen warendie Menschen nach ihm aus dem Stande der Natur getreten;und um wieder in denselben zurück zu treten, mußten jene Ge-setze abgeschafft und der Zustand der Gleichheit wieder hergestelletwerden, in welchem die Welt erschaffen worden war. >7 Daraus„folgerte Epiphanius," spricht Plüquet, „daß die Gemein-„heit der Weiber, wie die Gemeinheit der Früchte und der Erde,„zur Wiederherstellung der Ordrumg gehöre. Die Begierden,„die wir von der Natur erhielten, waren nach Epiphanius unsere„Rechte und Ansprüche, die uns nichts streitig machen konnte.»Er rechtfertigte aste seine Grundsätze durch die Stellen deö Apo-„stels Paulus, worin erjagt, daß man vor dem Gesetz keine„Sünde gekannt Hütte, und daß es keine Sünde gäbe, wennn keine Gesetze da waren."
Mit diesen Grundsätzen rechtfertigte Epiphanius die ganzeMoral der Carpostratianer, und bestritt die ganze Mo-ral des Evangeliums. Epiphanius starb im 71. Jahre, undwurde als ein Gott verehrt; mau errichtete ihm zu Samo, einerStadt in Cephalonien, einen Tempel und Altare und stiftete eineAcademie nach seinem Namen.
EPIPHANIUS (der Heilige), ein Kirchenvater undBischof zu Salamis, wurde um das Jahr zao zu Besanduc, ei-nem Flecken in Palastina, geboren. Er begab sich seit seinerfrühesten Jugend in die Wüsten seiner Provinz, und war Zeugeund Nachahmer der Tugenden der heiligen Einsiedler, welche inderselben wohnten. Im 20. Jahre stiftete er ein Kloster, undhatte eine Menge von Mönchen unter sich. Er legte sich in sei-ner Einsamkeit auf das Studium der heiligen und profanen
Schrift-