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FAVRE
Favre Amte mehrere dunkele Meinungen auf, trieb aber in derUntersuchung gewisser Rechtsfragen die Subtilitäien allzu weit,und entferne sich zuweilen von den Principien. Er hatte einenviel umfassenden, ru den Geschafften und zum Studieren gleichgeschickten Geist. Er war es, dem es aufgetragen wurde, überdie Vermahlung der Christum von Frankreich mit Victor Ama-däus von Piemont zu negociicren. Der König von Frankreichtrug ihm die Stelle des ersten Präsidenten des Parlemcnts vonToulouse vergebens an. Er blieb in Diensten deö Herzogs vonSaroien.
FAVRE (Claude), Herr von VaugelaS und Frei-herr von Peroges, der Sohn des Vorhergehende», wurdezu Bourg-en Brelse geboren. Sein Vater hatte sein ganzes Le-ben im Studium des Rechts zugebracht. Der Sohn war seinesVaierö nicht unwürdig; aber er hatte einen richtigern Verstand.Der junge VaugelaS kam frühzeitig an den Hof. Er ward mitder Zeit Kammerherr von Gaston, Herzeg von OrleanS, demer außerhalb des Königreiches überall hin folgte. Er starb 1650im 95. Jahre in Armuth.
Die Ursache seines Todes war eine Icrsprengung im Magen,'die ihm seit einiger Zeit heftige Schmerzen verursachte. Arze-neien verschafften ihm Linderung, und er glaubte sich geheilt. Daaber an einem Morgen sein Uebel mit großer Heftigkeit wiederausbrach, schickte er einen seiner Bedienten nach Hülfe. Einanderer Bedienter kam dazu, fand ihn, wie er eben das Abge-rissene durch den Mund von sich gab, und fragte ihn erstaunt,was das wäre? Vaugelaö antwortete ihm kalt und ohne Be-stürzung: »Du siehest hier, mein Freund, wie we-»nig der Mensch ist.« Kurze Zeit darauf verschied er.
Man könnte sich vielleicht wundern, daß VaugelaS, der amHofe geschätzt wurde, in seinem Aufwande sehr ordentlich war,«nd nichts unterlassen hatte, sein Glück zu machen, fast in Elendstarb; aber die Herumschweifungcn Gastons und andere Zufallehatten seine VermdgenSumstünde sehr in Unordnung gebracht.Ludewig XIII. gab ihm 1619 eine Pension von 2000 Livrcs.Diese Pension, die man ihm nicht mehr auszahlte, wurde ihmvon dem Cardinal Richelieu wieder gegeben, damit er am Wör,terbuche der Akademie arbeiten solle. Als er dem Cardinal fürdiese Gnade dankte, sagte ihm dieser lachend: »Sie werden„wenigstens das Wort Pension im Wörterbuche nicht verges-
vsco.«