FAUSTINA 163
»fett,« — »Nein, Monseigneur, antwortete Vaugelas; und»noch weit weniger das Wort idseonnoisFsnee.«
Dieser Litterator war einer der liebenswürdigsten wie der vor-nehmsten Akademiker; er harte eine angenehme Gestalt, und eine»»Geist, wie seine Gestalt. Er studierte sein ganzes Leben hindurchdie Französische Sprache und arbeitete sie zu reinigen. SeineTraduäion de Quinte- Curct, 1647 in 4.war die Frucht einer dreyßigjahrigen Arbeit. Diese Uebersetzung,von welcher Balzac in seinem emphatischen Style sagte:»Der Alerander des Quintus Curtius ist unäber»»windlich, und der des Vaugelas ist unnachahmlich,«wurde für das erste gute, und in Französischer Sprache correctgeschriebene Buch gehalten. Ob der Styl gleich jene Weichheit,Aufmerksamkeit und Grazie nicht hat, die man seitdem der Fran-zösischen Sprache gab, so sind doch wenige Ausdrücke darin, dieveraltert wären.
Vaugelas leistete durch seine
Remarques für la Langue Franchise
den Schrifstellern der Französischen Nation nicht geringereDienste. Ob dieses Werk gleich jetzt nicht mehr so nothwendigist. als es ehedem war, weil die meisten darin enthaltenen Zwei-fel gegenwärtig keine Zweifel mehr sind; so leistet es doch immernoch gute Dienste, besonders wenn man es mit den Bemerkungenliest, mit welchen es Thomas Corneille und andere be-reicherten.
FAUSTINA (Galeria), im Jahr 104 geboren, (ihr Vaterwar Annius Verus, Prafect von Rom) verband mit demGlänze einer sehr vornehmen Geburt, eine vollkommene Schön-heit und einen feinen und insinuante» Geist. Sie vermählte sichmit Anton in lange vorher, eh'er zur Regierung gelangte.DaS Verlangen zu gefallen und ihr Hang zur Wollust verleitetesie anfänglich zur Galanterie, und zuletzt zu zügellosen Aus,schweifungen. Sie ward die Fabel von Rom Antonin, derihre Ausschweifungen kannte, seufzte bloß darüber. Sie starb,wie sie gelebt hatte, im Jahr 141. Antonin errichtete ihr Altareund Tempel. Faustina, ihre Tochter, von welcher wir im fol-genden Artikel sprechen, bildete sich nach dem gefährlichen Mus-ter, das ihr ihre Mutter gab.