Band 
Dritter Theil. [Eachard (Dr. John) - Ghisi (Giovanni Battista).]
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FENELON

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grundeS unfähig. »Bloß die Sanftheit seines Charakters, und»die Idee, die er sich t>™ der höchsten Güte wachte, hielt ihn»ab, der Lehre des Paters Quenel, den er einen unver-söhnlichen und hoffnungslosen Mann nannme, sehr»gewogen zu sein." Er folgte in der Widerlegung desselben demTriebe seines Herzens. »Gott," sagte er, »ist in ihren Augen»nichts, als das furchtbare, in den meinigen, ist er das»gütige und gerechte Wesen. Ich kann mir ihn un-»möglich als einen Tyrannen denken, der uns in Ketten und»Banden legte, uns zu gehen befahl, und uns bestraft, wenn»wir nicht gehen."

Indem er aber diejenigen Grundsätze verwirft, welche ihmallzu hart schienen, und deren Folgen von denen gemißbilligetwurden, welchen man die Behauptung derselben vorwarf, konnteer es nicht ertragen, daß man sie verfolge. »Lasset uns,«sagte er, »gegen sie sein, was Gott gegen die Men-schen nach ihrer Meinung nicht sein soll, voll»von Barmherzigkeit und Langmuth."

Man stellte ihm vor, daß die Zansemsten seine erklärten Fein-de wären, und nichts unterließen, seine Lehre und Person ver-dächtig zu machen: Dieß ist ein Grund mehr," antwor-tete er, »sie zu dulden und ihnen zu verzeihen."

Was den Cardinal von Noailles anlangt, so schrieb er 1714,das heißt, ech Jahr vor seinem Tode, in Betreff desselben: » Ich»bin wahrhaft gerührt, wenn ich mir seine Noth und Unruhe»vorstelle, and fühle sie selbst mit ihm. Ich erinnere wich des» Vergangenen nur, um mir alle die Güte zurück zu rufen, deren»er mich so viele Jahre hindurch würdigte. Alles Uehrige ist,» Gott sei Dank, aus meiner Seele verwischt."

. Fenelon hatte für die Prinzen, seine Zöglinge, eine vortreff-liche Uebersetznng von Virgils Aeneide geschrieben,man weiß aber nicht, wo die Handschrift hingekommen ist.Welcher Verlust, wenn diese Uebersetzung im Style des Tele-mach war!

Ramsay, ein Schüler des Erzbischofs von Cambrai, gab1724 zu Haag das Leben seines großen Lehrers heraus. Weres liest, wird sich nicht enthalten können, Fenelon zu lieben undju beweinen.

Eine seiner Maximen war: Man muß seine Familiewehr als sich selbst, sein Vaterland mehr als

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