FERAJUOLO
FERDINAND I. IZ;
FERAJUOLO (Nunzio), degli AFF 1 TTI genannt, einMabler von Nocera de Pagani. lernte bei Lucaö Givrdanound Franz Solimena. Er mahlte Landschaften in Oel-nnd Frescofarbcn, mit einer schönen und fertigen Manier, inwelchen er den größesten Meistern gleich geachtet wurde. Fera»juolo machte aus den Werken dieser Künstler einen Auszug desSchönsten, Angenehmsten »nd Lieblichsten in der Zärtlichkeit,Starke, Absetzung der Farben, Fernungen, Lüften, Bewegungder Baumblatrer und Wasser, Verschiedenheit der Gründe u. s.w. richtete auch seine Figuren darnach ein, und besaß in diesemallem eine ungemeine Geschichlichkeit. Viele von seinen Land,schatten sind auch von Franz Monti mit Figuren staffiert.Ferajuolo arbeitete zu Bologna, und starb daselbst 1735 im 75.Jahre seines Alters.
FERDINAND l. Kaiser von Deutschland, zweite^ Sohn desErzherzogs Philipp und Bruder Carls V. wurde 1503 zuMedina Celi in Alteastilien geboren, 1527 zum König von Un-garn und Böhmen, 1531 zum Römischen Könige ernannt, undfolgte 1558 , in einem Alter von 55 Jahren, seinem Bruder nach.Der Papst Paul IV. wollt' ihn nicht als rechtmäßigen Kaiser er-kennen, weil, wie er sagte, die Niederlegung der RegierungCarls V. ohne Erlaubniß des heiligen Stuhls geschehen, und da-her null und nichtig sei; aber PiusIV. sein Nachfolger, glaubte,diese Schwierigkeiten nicht machen zu müssen.
Ferdinand drang in diesen Papst, seinen Unterthanen in Oest-reich das Abendmahl unter beiderlei Gestalt zu erlauben; derPapst erließ eine Bulle, welche die beiden Parteien vereinigensollte, als der Kaiser den 25. Juli 1564, in einem Alter von 61Jahren, zu Wien an der Wassersucht starb.
Dieser weise und mäßige Fürst wollte der Kirche von Deutsch-land Frieden verschaffen. Er bemühte sich, ihn im Reiche zuerhalten, machte mit den Türken einen Waffenstillstand von 8Jahren, stiftete zwischen mehreren feindlichen Fürsten Friede,und endigte die Streitigkeiten der Könige von Dänemark undSchweden. Ein Testament, welches er 1543, 20 Jahr vor sei-nem Tode, machte und in seinem letzten Willen nicht aufhob,streute den Samen des Krieges aus, welcher 200 Jahre spaterEuropa verheerte. Dieses Testament ernannte in Ermangelungvon Erben von seinen Söhnen seine Töchter zu Nachfolgerinnenin Böhmen und Ungarn. Diese Verordnung war die Ursache der
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