Band 
Dritter Theil. [Eachard (Dr. John) - Ghisi (Giovanni Battista).]
Seite
201
JPEG-Download
 

FERRANTINI

FERRARI

201

FERRANTINI (Gabriele), genannt dagli ÜCCHIA-LI, weil er sich wegen seines schwachen Gesichtes von Jugendan der Brillen bedienen mußte, war von Bologna, und lerntebei Dionysius Calvar t. Er arbeitete mehr auf frischenMörtel, als in Oehlfarben, und zog mit seiner schönen und an-genehmen Manier, welche von bessern, Geschmack als die seinesLehrers war, viele Schüler an sich. Die Kirchen zu Bolognasind vielfältig mit seiner Arbeit geziert. Er blähte um das Jahr*5S8

FERRARI (Francesco Bernardino), von Mailand,1577 geboren, starb 1669, in einem Alter von 92 Jahren. Erdurchreiste auf Befehl des Cardinals Friedrich Bvrrvmaus,Erzbischof dieser Stadt, Spanien und Italien, um Bücher undHandschriften zu sammeln. Er machte eine reiche Ernte, undvon nun an erhielt die Ambrosianische Bibliothek indem gelehrten Europa einen Namen. Wir verdanken ihm meh-rere Werke, die, voll von Gelehrsamkeit und schönen Untersuchun-gen , rein und methodisch geschrieben sind. Die vorzüglichstensind:

Dt ritu sacrarum concionum, Medial. 1620, in 4.

Johann Georg Gravius gab dieses gelehrte Werk überdie alten Gebrauche der Kirche bei den Predigten 1692 in 4,zu Utrecht wieder heraus.

Einige Bibliographen haben gesagt, der Erfolg dieses Bucheshabe die Eifersucht des Cardinals rege geniacht, und er habe zurUnterdrückung desselben alles mögliche gethan, weil er sahe, daßsein Buch

Be condonante Episcopo,

das er zu eben der Zeit heraus gab, von Ferrari verdunkelt wur-de; aber diese Anecdote ist falsch. Das Buch des Erzbischofserschien erst 1632, nach seinem Tode, und 12 Jahr nach demdes Ferrari, das 1620 gedruckt wurde.

De Veterum acclamationibus ac plausu , libri VII. Medial,1622 , in 4.

De funeribus Christianorum veterum.

FERRARI (Giovanni Battista), Jesuit von Siena,gestorben 1655, gab 1622 ein Syrisches Wörterbuch, unter demTitel

sJomentlater Syriacus , in 4.

3*5

heraus.