FONTENAY FONTENELLE 275
zu Paris. Man hat einige seiner Blumenstücke, in Kupfer ge-stochen.
FONTENAY (Julien de), ist vermuthlich derselbe be»rühmte französische Steinschneider, der unter dem Namen GOL-DORE bekannt ist: man sehe diesen Artikel.
FONTENELLE (Bernard leBovierdeJ, 1657 zuRvuen geboren, wo sein Vater Aovocar war; seine Mutter wardie Schwester des großen Corneille. Dieses Kind, dasbestimmt war, beinahe ein ganzes Jahrhundert zu leben, spricht! der Abbe" Trübtet, dem wir einen Theil dieses Artikels verdan-ken , glaubte noch am Tage seiner Geburt vor Schwachheit zusterben.
Der junge Fontenelle machte seine Studien zu Rouen bei denJesuiten» die er beständig liebte. In seinem 13. Jahre verfaßteer um den Preis der Palinods in der Rhetorik einen Aufsatz inLateinischen Versen, der des Druckes, aber nicht des P'risto wür-dig g/achtel wurde. Von nun an wurde Fontenelle für einenvollkommenen Jüngling gehalten, und war es auch von Seitendes Herzens und des Kopfes. Nun studiert' er die Physik unddann das Recht, ward Advocat, führte eine Sache, verlor sie,und gelohte, nicht mehr zu advocieren. Er ergriff nun die Litte-ratur und Philosophie, zwischen welche er sein Leben theilte.Im Jahr 1674 kam er in einem Alter von 17 Jahren nach Pa-ris; sein schon berühmter Name war vor ihm her gegangen.Mehrere in dem Mercure Galant eingerückte Gedichte kündigtenFrankreich einen eben so zärtlichen, aber weit cvrrectern und rei-nern Dichter als Voitüre an. Fontenelle war kaum 20 Jahralt, als er einen großen Theil der Opern Psyche und Bel-lerophon wachte, welche 1678 und 1679 unter dem Na-men seines Oheims Thomas Corneille erschienen. ImJahr idLl ließ er seine Tragödie Aspar aufführen. Seine
Dialogues des morts , i6gj,
erhielten eine weit günstigere Aufnahme. Sie enthalten Littera»tur und Philosophie, beide geschmückt mit den Reitzen des Gei-stes. Die Moral ist darin durchaus, und vielleicht nur allzuangenehm, und der Philosoph hat den schönen Geist nicht genugin Entfernung gehalten. Dieses Werk legte den Grund zu sei»»>em großen Ruft, und die folgenden befestigten ihn.