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theilte ihn, öffentliche Abbitte zu thun und seine Schriften selbstins Feuer zu werfe».
Nachdem dieses Urtheil vollzogen war, lebt' er einige Zeit ru-hig. Da ihm aber der Aufenthalt in Genf wegen deö Hasses,den der unversöhnliche Calvin auf ihn warf, äußerst unan-genehm war, verließ er diese Stadt, dem Eide zuwider, den erdem Magistrat geleistet hatte, sie ohne seine Erlaubniß nicht zuverlassen. Er reiste in das Dauphine' und nach Savoycn, undkehrte in den Cantou Bern zurück. Er würd' erkannt, und indas Gefängniß geworfen, entfloh aber, und begab sich zu deinArzt G.eorg Blandrato und zu Johann Paul Alciat,einem Mailander, die Mitgenossen seiner Lehre, und den A-ria»nismus in Pohlcn auszubreiten bemüht waren.
Als der König im Jahr 1556 ein Verbannungsedict gegendiese fremden Neuerer hatte ergehen lassen, ging Gentilis nachMahren und dann nach Wien. Er erfuhr den Tod deö Calvin,und kehrte in den Canko» Bern zurück. Dcr Baillif, der ihnehedem gefangen genommen hatte, stand noch im Amte, und er-griff ihn im Juni 15^6. Die Sache wurde nach Bern gebracht,Gentilis wurde überführt, das Geheimniß der Dreieinigkeit an-gefochten zu haben, und verurtheilt, den Kopf zu verlieren. Beiseinem Tode rühmte er sich, der ersteMartyrer zu sein,welcher für die Ehre des Vaters den Kopf verlö-re, anstatt daß die Apostel und die übrigen Mär-tyrer nur zur Ehre des Sohns gestorben waren.
Gentilis war leichtsinnig und unbeständig in seinen Meinun-gen, und änderte sie nach den Umständen. Die Ausdrücke Dr e i-einigkeit, Wesen und Selbstständigkeit waren nach.seiner Meinung eine Erfindung der Theologen. Um richtig vonder Gottheit Christi zu reden, wollt'er, daß man sage, der GottIsraels, der der wahre Vater unsers Herrn Christiist, hat se ine G ottheit in diesen aus gegossen. Er be«hauptete, Calvin mache eine Viercinigkeit, denn er näh-me ein göttliches Wesen und die drei Personen an. Das Hauptder Reformatoren schrieb gegen ihn; da er aber aus eigener Er-fahrung wußte, daß Schriften einem Enthusiasten keine Furchteinjagen, sucht' er ihm eine entscheidende Antwort zu geben. Ecarbeitete daran, ihn auf den Scheiterhaufen zu bringen, unddrang zu seinem großen Leidwesen nicht durch.
GENTILS (Philippe ee). Man sehe den Artikel LAN-*GALERIE.
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