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II. Jahrgang. I. Band.
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des M i t t e l a l t e rs überhaupt rc. 7

ste geweiht, Tempel und Kirchen, so wie diese zu-gleich auch die einzigen Bewahrer und Erzieher derübrigen Künste geworden, welche durch den Gottes-dienst ihre Bedingung und ihren Wirkungskreis so lan-I ge behielten, als sie ihrem gemeinsamen Zwecke, dem

Höchsten, das die Menschen kannten, zu dienen, treugeblieben sind. Diese höchste und ursprüngliche Bedeu-tung der Kunst ist es, die wir immer im Auge be-halren müssen, wenn uns nicht das Wesen unter denHanden verfliegen, und die Form, so schön sie auchsey, allein zurückbleiben soll. Wesentlich verschiedeneReligionen erzeugen eine in Stoff und Zweckwesentlich verschiedene Kunst : eine andere das Heiden-thum, eine andere^das Christenthum. Dabey aber un-terliegtdie Form und A u s b i ld u n g dieser Kunst^ allerdings, wie die Wissenschaft, dem durch mannigfa-

che äußere Ursachen herbeygesührten Stnfengange undWechsel der Bildung und Verbildung, der Blüthe unddes Melkens. So errang die christliche Kunst mit ih-rem Beginne noch lange nicht das Ziel irnd den Gi-pfel, das hohe Ideal geistiger Schönheit, nachdem sie ihrer Wesenheit nach strebet und streben muß:indessen trugen doch selbst ihre anfangs noch dürftigenWerke, die sich der Form nach ganz an daS von derhöchsten Bildung tief herabgesunkene Alterthum an-schlössen, eine neue Welt von religiösen Ideen, vonÜberlieferungen und Geschichten, von Bildnissen und> Symbolen, wenn auch nur im Keime und in unvoll-

kommener Darstellung, doch in fortwährender frucht-baren Entwicklung von Jahrhundert zu Jahrhundert

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