Band 
II. Jahrgang. I. Band.
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d es Mittelalters ü be rhauptrc. 9

scheinen mußte , wurde auch nicht an Erhaltung ih-rer Denkmahle gedacht. Doch diese Zeit ist glücklichvorüber/ und wir lassen dem Alten wieder gerne Ge-rechtigkeit widerfahre» : um so eher wird ein Versuch/die Entwicklung und Ausbildung der christlichen Bau-kunst/ nach ihren Hauptmomentcn, anzudeuten undeinen Blick in ihr wahres Wesen zu thun, vielleichtauch von dem großer» Publicum / nicht ungerne auf-genommen werde»/ zumahl da wir dadurch die untenfolgende Schilderung der alten Baudenkmahle Wienszu begründen und zu belegen hoffen.

Die Basiliken der alten Römer waren dieersten zum christlichen Gottesdienste gebrauchten Ge-bäude/ sobald das Christenthum Staatsreligion ge-worden war: allein in der Folge fühlte man das Be-dürfniß/ durch veränderten Bau mehr Raum zu ge-winnen zur Haltung feyerlicher Umgänge/ und Auf-nahme einer großen Menschenmenge, zur Aufbewah-rung der heiligen Gefäffe/ der Bücher und Geräthe,zum Aufenthalte der Priester und andern zum Got- 'tesdienste erforderlichen Personen. So entstanden anden alten Basiliken mehrere Nebengebäude/ der Chor/die Abseiten, die Vorhalle. Seltner baute man rundeoder eckige Kirchen, die dann durch Anbau jener: ebenerwähnten Theile von selbst die Form eines gleichsei-tigen Kreuzes erhielten. Ohne Zweifel aber trat zudem Bedürfniß dieser wesentlichen Raumoergroßerungnoch das immer mehr sichtbar werdende Streben, inalles Bedeutung und Sinn zu legen, und auchan den Kicchengebäuden gleichsam die K i r ch e selbst