io Ein Blick auf die Kirchenbaukunst
darzustellen. So gab Justinian seiner Sophien-kirche zu Constantinvpel die Form des Kreuzes, dienun im Morgenlande wie im Abendlande die herr-schende wurde. Die morgenländische häufle Kuppelnan Kuppeln und Rorunden an Rotunden, und ent-fernte sich mehr von der alten Form der Basiliken alsdie nach dem lateinischen Kreuze gebildete Kirchen-form, die dem Westen eigenthümlich blieb. In bey-den Formen aber stand der Altar als die heiligsteStätte und der Punct, auf den alles hinwies, in* des Kreuzes Mitte, über ihm wölbte sich anfangs einehohe Kuppel, die oft mit aller ersinnlichen Prachtvon Gold, von Gemählden und Mosaik geschmücktwurde. Später trat der Altar mehr in den Kopf desKreuzes zurück, dessen Stamm das Schiff, die bey-den Querbalken aber Seitencingänge enthielten.Rechts und links vom Schiffe baute man Abseitenoder Gänge, die um vieles niedriger als das Schiff,entweder sreysianden, oder mit dem Schiffe durch Bo-gen verbunden, aber nn.ist von einem besondern Dachebedeckt wurden. Allein noch selbstständiger und demallen römischen Banstyle entfremdet, wurden die Kir-chen durch die Einführung der Glocken. Bestimmt,die, oft weit zerstreute Gemeinde durch laut und fernertönende Klänge zu mahnen, zur Andacht und zurheiligen Feyer zu versammeln, mußten sie groß seynund hoch in die Luft erhoben werden. So entstandder dem Alterthume unbekannte Glocken thu rm,der als das wesentlichste Bedürfniß und Bestandtheilder Kirche den entschiedendsten Einfluß auf die Aus-