des Mittesalters überhaupt rc. 1 1
bildung des kirchlichen Baustyles äußerte. Anfangsbegnügte man sich, gegen Westen einen einzigen Thurmanzubringen, unrer welchem sich der Eingang befand,eine Weise, von welcher die älreste» Kirchen Kblnsnoch Beyspiele bewahren und die man auch in un-sern Provinzen an alten Dorfkirchen hier,und da an-trifft. Als aber die Kirchengebäude überhaupt an Um-fang und Pracht zunahmen, traten an der Westseitezwey Thürme statt des einen auf, und außer diesenstand ofr ein dritter, schwerer, viereckiger Thurm überdem Kreuze, in offenbarer Nachahmung der alternnoch morgenländischen Kuppeln, eine Bauart, diewir im 11. und 12. Jahrhunderte in und außer Deutsch-land häufig finden. Die vorderen Thürme zeigen nunwohl schon den Keim ihrer spater» Hohe und Ver-vollkommnung , aber doch blieben sie wegen der wag-rechten Abtheilungen und meist gleichen Dicke äußerstschwerfällig und konnten den Gedanken eines Auf-schwunges unmöglich erregen.
Die Wände der Kirchen und Thürme waren bisins 12. Jahrhundert ziemlich einfach, kahl und schmuck-los , nur an Eingängen mir Gesimsen und Knäufeneinförmig verziert. Die Psianzenform fehlte fastganz; dagegen waren alle mathematischen Figurensdwohl in Hauptmassen als an Nebendingen schroffund scharf ausgesprochen, welche der spätere, reicheStyl mit der anziehendsten Fülle blühender Gestalten,nicht aufzuheben, sondern zu bedecken strebte.
Mit der Einführung der Thürme stand die Grund-form für alle folgenden Zeiten da. Aber in der äußern