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II. Jahrgang. I. Band.
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i 2 Ein Blick auf die Kirchenbaukunst

und inneren Ausschmückung, in der Art der Bogenund deren Anwendung, in allen untergeordnetenTheilen des Baues waltete von dem Schluße der an-tiken Zeit bis zum Schluße des MittelalterS (5oo i5oo) die allergrößte Mannigfaltigkeit, und ein ^

merkwürdiger Stufengang stellt sich dem Auge desUntersuchenden dar.

Man unterscheidet unter den vielen Abarten dernoch vorhandenen Baudenkmahle dieses Zeitraumesvon vollen tausend Jahren, der Hauptsache nach zweyscharf getrennte Baustyle, den altchristlichen(von Einigen der byzantinische, neuromische, sächsi-sche, derRundbogenstyl genannt. Nahmen deren Wür?digung an einen andern Ort gehört,) und den soge-nannten reichen gothischen Styl, den man auchden deutschen, nennt, weil er sich nirgends zu *

der Reinheit und strengen, wissenschaftlichen Ausbil-dung erhoben zu haben scheint, die er in Deutschlanderreichte. Sein vornehmstes Kennzeichen ist der spitzeBogen in Haupt- und Nebentheilen.

Da wir bey der Betrachtung der alten Baudenk-mahle Wiens von beyden Beyspiele finden werden,darf hier eine kurze Andeutung der Entwicklung undder Eigenthümlichkeiten des einen und des anderennicht fehlen.

Die Werke des altchristlichen Schles zei-gen im Allgemeinen in allen Ländern des alten Ro-merreichs eine merkwürdige Übereinstimmung der j

Grundform und der Zierathen, deren Grund manaus verschiedenen Wegen zu finden geglaubt hat. Die