Band 
II. Jahrgang. I. Band.
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des M i t t e l a l t e rs überhaupt rc. »5

einen schloffen aus einzelnen Fällen, wo byzantinischeBaumeister im Abendlande Baue führten, gleich aufdas Ganze und Allgemeine; andere suchten eine weit- ^läufige Herleitung von den römischen Baucorporatio-, nen geltend zu machen: wieder andere sehen in den

Gothen und andern germanischen Völkern , die sich inallen Theilen des RomerreichS verbreitete» / die Urhe-ber jener Gleichförmigkeit. Zwar blieben manche Ge-genden und Orte des westlichen Europa, nahmentlich un-ser Österreich ohne Zweifel nicht frey von byzantini-schem Einffuße auf die Künste überhaupt, und die Bau-x kunst insbesondere, bey dem urkundlich erwiesenen leb-haften Handel aus Byzanz, bey den fast fortwähren-den Ehen österreichischer Fürsten mit byzantinischen^ Prinzessinnen, bey den Kreuzfahrten der Herzoge,

aus welchen Leopold, der Held von Damiate,heimkehrend, nicht nur griechische Bilder und Reli-quien seinem geliebten Stifte Lilien feld mitbrach-te, sondern auch in K l o st e r n e u b u r g eine pracht-volle Kapelle erbaute, und zwar, wie es hieß, n a chder im Oriente von ihm gesehenen Bau-weise. Aber der natürlichste Erklärungsgrundliegt wohl, wenigstens in Beziehung auf die festbe-stimmte Grundform , und im Allgemeinen, ohne Zwei-fel in der Geschichte der Verbreitung des Christen-thums selbst. Von Italien aus drang mit dem Chri-stenthume der Keim eines neuen Lebens immer weiterJ nordwärts und westwärts vor, und mit ihm auch die

zum Städte - und Kirchenbaue unentbehrliche Baukunst,die unter den Händen der Verbreiter desselben gewiß