Band 
II. Jahrgang. I. Band.
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des M i tt e l a lters überhaupt re. i)

loten , konnte man sich noch nicht trennen: die klei-neren Verzierungen aber wurden durchgehends nochaus dem alten Gebrauche behalten. Dergleichen Ge-misch findet sich bey uns z. B. in der sonst vorzüg-lichen Kirche zu L i l i e n f e l d.

In der Mirte des i3. Jahrhunderts sagte sichder neue Styl endlich unter den Händen der deutschenMeister los von den ihm fremdartigen älteren Formen,und stieg schnell zu einer um so bewundernswürdige-ren Hohe, da schon gleichzeitig mit seinem Aufkom-men die größten und vollendetsten Werke jener Bau-weise entstanden, welche die ganze Folgezeit bis zumVerfalle dieser Kunst im i5. Jahrhunderte durch nichtshöheres mehr überbiethen konnte.

Um die Zeit der letzten Hohenstauffen schiennähmlich die Baukunst aus einem langen Winterschla-fe zu erwachen , die Kirchen und öffentlichen Gebäu-de, die jetzt entstanden, bekleideten sich nach und nachnicht nur an den Außenseiten mit den schönsten Kno-spen , Blättern und blühenden Stäben, sondern ihrganzes Wesen, ihre ganze Bedeutung änderte sichund erhob sich wie ein verklärter Leib, himmelwärts.Die niedrigen und gedrückten Schiffe der Kirchen höbman durch spitz nach oben sich endende vielgegliederteGewölbe, die wie Zweige eines Haines sich hierhinund dorthin verbreiteren, zu einer, dem einfachenrunden Bogen oder Tonnengewölbe, unerreichbarenHöhe und Leichtigkeit empor: es stand hoch über denGewölben der Abseiten, die bald auch sammt dem Schiffemit einem uno demselben Dache bedeckt wurden, wo-

Iahrg. Denkwüroigkeiten. l> Vd. l.Heft. 2