des Mittelalters überhaupt rc. 23
Doch verdient es eine Bemerkung, wie sinnigund bedeutungsvoll die alten Baumeister ihre Bild-werke in der Kirche zu vertheilen pflegten. Im Chorestellten sie oft Statuen der Zwölfvothen längs demAltare herab zu beyden Seiten an den Pfeilernauf/ die Bilder oder Zeichen der Evangelisten abersieht man nicht selten an den Gewölbe - Schlußsteinender Chordecke in erhabner Arbeit. Diese Ordnung er-innert an die Einrichtung der ältesten Kirche / wo zwölfPriester in der Altarrundung ihre Sitze hatten undzwölf Säulen in eylindrischer Richtung aufgestelltwaren, die/ nach Eusebius, die zwölf Apostel bedeuteten.Die übrigen Heiligen sind häufig an solchen Stelleneingepfeilert zu sehe«/ wo sich etwa ein zu ihren Eh-ren geweihter Altar befand; die Schutzheiligen derKirche aber erblickt man gewöhnlich schon an den Ein-gängen/ zuweilen in Begleitung frommer Stifterund Wohlthäter der Kirche. Selbst die Eingangshallenwurden, wie wir an Beyspielen im Dome sehen wer-den , mit allen ihren Bildwerken oft einem gewissenHeiligen gewidmet, auf welchen seine Darstellungenhindeuten. Merkwürdig ist ferner die Übereinstimmung,mit welcher in alten Kirchen einige von den Bauleutenbesonders verehrte Heilige, ihre eigenthümliche Stelleerhielten. So haben C a t h a r i n a, die Schätzerinnder Philosophen und Mathematiker und Barba-r a die , in einen Thurm versperrt, dort durch denBau dreyer Fenster als Zeichen der Dreyeinigkeit,ihren christlichen Glauben bekannte, — sowohl in demKölner Dome, als in unserer Cathedrale eigene Ka-