des Mittelalters überhauptrc. 25
mit dauerhaften eingebrannten Farben auf Glas zumahlen, verdankt eben der Kirchenbaukunst ihre Ent-stehung und Ausbildung. Die aus dem Alterthumberübergekommene Musivarbeit mag wohl eine ent-fernte Veranlassung zu jener verwandten Glasmosaikgegeben haben, deren Spuren schon in ziemlich früheZeiten zurückgehen. Der nächste Grund ihrer allmäh-ligen Entwicklung und durchgängigen Anwendung liegtaber wohl in der Vorliebe für die Pracht und Schön-heit der Farben überhaupt, die dem unverdorbenenMenschen so natürlich ist, insbesondere aber in der Ein-richtung, den Ideen und Gebräuchen der christlichenKirche selbst, welche, indem sie äußern Glanz zur Ver-herrlichung des Höchsten, das sie bewahrt und verwal-tet, anwendet, auch die wunderbare Symbolik derFarben in dem Schmucke ihrer Gebäude, Altäre undKleidungen nicht verschmäht. Ja, der evangelischeund kirchliche Gedanke einer neuen oder himmli-schen Stadt Jerusalem, der verklärten KircheGottes am Ende der Tage, welche hatte den Strah-leuglanz Gottes, einen Glanz, wieder köstlichste Edel-stein, wie der blitzende Jaspis,*) deren Grundsäulenmit allerley Edelsteinen geziert sind,**) jener Stadt,die nicht bedarf der Sonne noch des Mondes zu ihrerErleuchtung; denn die Herrlichkeit Gottes erhellet sieund ihre Leuchte ist das Lamm,***) ein Gedanke, dersich mit so vielen andern apokalyptischen Vorstellungen
*) Qffenb. 21. 11.
") Offenb. 21. 1Q.
'”) Üffcnb. 21. 23.