Band 
II. Jahrgang. I. Band.
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26 Ein Blick auf die Kirchenbaukunst

in dem kirchlichen Leben fortwährend erhalten hat,scheint der Einführung der bunten Glasfenster/ welcheden Glanz der Edelsteine nachahmen/und ein wunder-bares Meer von farbigen Lichtern in der Kirche ver-breiten / besonders günstig gewesen zu seyn. Es fehltsogar nicht an Beyspielen- wo diese Fenster wirklichaus edlen durchsichtigen Steinen zusammengesetzt /und die Wände der Kirchen selbst / in offenbarerBeziehung auf die himmlische Stadt, aus Jaspis,Achat, Amethyst und andern edlen Steinen be-stehen, die Bilder aber fast durchaus der Apokalypseentlehnt sind.*)

Wie überhaupt kein müßiges Glied an einem vol-lendeten Kunstwerke zuläßig ist, wie in den gothischenKirchen - Gebäuden der besten Zeit alles einer Ideenachstrebt, und ohne Gesuchtheit, alles Sinn undBedeutung hat: so mußte auch der Schmuck der A l-täre, des vornehmsten Bestandtheils der innerenEinrichtung, dem gemeinschaftliche» Zwecke der Er-bauung und Erhebung des Gemüthes durch christlicheIdeen, entsprechen.

, Über dem Altartische stand gewöhnlich ein Bild,das entweder auf die besondere Einweihung und dieSchutzheiligen der Kirche sich bezog, oder eine Dar-stellung aus der Lebens - oder Leidensgeschichte desHeilands enthielt. In der älteren Zeit noch bis inszwölfte Jahrhundert herab, pflegte man an dieserStelle eine Menge von Darstellungen an einander zu

') Die Prachtkirchen und Kapellen Carls IV- in Prag undEa rlst e i n.