Band 
II. Jahrgang. I. Band.
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3o Ein Blick auf die Kirchenbaukunst

abzurunden und mit antikischen Kapitalen zu schmü-cken , die altergrauen Quadern zu übertünchen, wonicht gar zu bemahlen. Dieses Schicksal traf mehrereunserer Kirchen in W i e n, zum Theile auch die bey-den schönsten, den Dom und Maria- Stiegen:zwar ist der Bau der beyden letzten noch unversehrt/aber seit zwey Jahrhunderten hat das Innere derDomkirche alle Spuren der früheren Altare und Bil-der verloren. An die hohe» / mit reichem gothischenZiermerke versehenen Pfeiler wurde eine Menge mar-morner / aber geschmackloser, Altäre angeklebt, die mitdem strengen inneren Baue aus einfachem Sandsteinein seltsamem Widersprüche stehen. Die Bilder sind,wenige ausgenommen, mittelmäßig und schlecht, vonMeistern, die nur in einer so unnarürlichen Zeir, ei-nen Grad von Berühmtheit erlangen konnren. Darumkann auch in der uncen folgenden Beschreibung un-serer alten Kirchen von Gemählden fast gar keine Re-de seyn. '

Unsere heutige Zeit neigt sich in dieser Hinsichtsichtbar zum bessern. Man erkennr und ehrt an vielenOrten die Reste der alten Kunst, man rettet sie nichtnur vor dem Vorfalle, sondern man stellt davon inaltem Gerste wieder her, was noch herstellbar ist.Und wenn diese ersten Ansänge noch langsam fortschrei-ten , und manches zu wünschen übrig lassen, so ver-dient die Gesinnung und der gute Wille Achtung undAufmunterung.

Auch bey uns ist dieser bessere Geist sichtbar gewor-den an einigen Herstellungs - Arbeiten am Äußern und