Band 
II. Jahrgang. I. Band.
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zu St. Stephan« 3 g

Außer dem hat Rudolph auch die Gewölbe des unternTheils geschloffen und zahlreiche Zierarbeiten im In-nern und Äußern der Kirche unternehmen lassen, wo-bey ihin zwey geschickte deutsche Meister H ein richK u m p f (auch Kuß Kumys, d. i. Henricus Rumpf)von Hessen und C h r i st o p h H o rn von Dünkel-spül hülfreiche Hand geleistet haben.

Als Rudolph den Vergrößerungsbau begann, warseinem ehrbegierigen Streben nicht leicht ein Plangroß und prachtvoll genug, seine Einbildungskraft sahim Geiste die beyden gewaltigen Thürme vor sich,alles übrige sollte an Reichthum und Umfang nichtnachstehen. Wohl mochte der Gedanke oft wiedergekehrtund erwogen worden seyn, alles alte , bie ganze zueinfache, und nach dem Geiste der damahls blühendenBaukunst durchaus unverbesserliche Westfronte mitden schwerfälligen Thürmen niederzureißen, und ei-nen neuen, dem damahligen Standpuncte der Kunstangemessenen Dom frey und ungehemmt zu erbauen,eine herrliche und viel breitere Westseite als die bis-herige , aufsteigen zu lassen und sie, statt der alten, mitzwey wolkennahenden Thürmen an beyden Seitenzu schmücken, wie der Straßburger und Kölnerdomsie im Plane ausweisen, kurz alles in gleichförmigeÜbereinstimmung in Grundriß und Auszierung zu brin-gen. Aber theils die. Scheu, einen schon 200 Jahrebestehenden, festen und ehrwürdigen Bau, das Werkösterreichischer Fürsten, an welchem erst RudolphSVater mir nicht geringen Kosten des Landes viele Ver-schönerungen und Erweiterungen angebracht, noch mehr