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II. Jahrgang. I. Band.
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I. D i e Metropolit« nkirche

die Betrachtung der ohnehin alles Verhältniß überstei-genden Unkosten eines ganz neuen Baues, mögenwohl über die Prachtliebe Rudolphs und die Plane derMeister den Sieg errungen haben. Es blieb also nichtsübrig , als den vorhandenen Bau dem neuen so gut alsmöglich anzupassen, und diese Gründe mögen auch denVorwurf mildern, der unserm Dome gewöhnlich gemachtwird, daß die Hauptthürme, anstatt, nach dem Bey-spiele der schönsten und größten gothischen Kirche», vornean der Westseite zu stehen, hier in der Mitte, imKreuze, angebracht sind. Der neue Bau (Neubau)Rudolphs, nähmlich der hohe Chor, bildet also gewisser-maßen mit den beyden Thürmen eine besondere Kirche,die sich an die untere, altere, anschließt.

Die Gründung des Thurms fällt in das ersteRegierungsjahr Rudolphs. Nach langem vergeblichenSuchen fand man endlich, wie H a s e l b ach erzählt,in Klosterneuburg den anspruchlosen, armen,aber in seiner Kunst vor andern erfahrenen Baumeister,der einen Thurm nach Rudolphs Sinne, und nach demMuster der damahls schon in verschiedenen KirchenDeutschlands angestaunten Thürme, zu erbauen sicherboth. Von diesem trefflichen Meister rühret der un-tere Theil des Thurmes, bis zum oberen Drittheil her.Aber nicht einmahl sein Nahme ist, wie es scheint,uns erhalten worden; auch über den ältesten Baurißdes Thurms herrscht noch Unsicherheit. Das Wenige,was zur Aufhellung der Geschichte des Thurmbauesbeyzubringen war, sammelt ein besonderer Aufsatz imAnhange. Des ersten Thurmbaumeisters Tod wird mit

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