zu St. Stephan. 43
Thürmchen , unter den „w u n d e r s a m e n Schnitz-werke n" begriffen , welche eine Chronik (Pez II.3d3.) R u d olph e n zuschreibt / so wie vorzüglich dieprächtigen steinernen Gange/ Strebepfeiler und Sta-tuen an der Außenseite der Kirche ihm angehören/nahmentlich: die prächtigen Eingangshallen an demSingerthore (der erste Seiteneingang rechts)und in der nördlichen Wand liebender Kreuzka-pelle/ endlich der prächtige Giebel an der Südseite.
Alles dieses Zierwerk, wodurch der ganze Baueine viel reichere Gestalt gewann, vor allem die An-lage der Thürme/verschafften Rudolphen den Nahmendes Gründers dieser Kirche.
Es ist einleuchtend, daß auch bey dem angestreng-testen Aufwande von Geld und Kräften der eigentli-che neue Bau Rudolphs, der hohe Chor und der Thurm,in dem Zeitraume von 6 Jahren, nach welchem er starb,nur mäßig hat gefordert werden können. Allein desjungen Fürsten Herz hing mit solcher Liebe an demBau seines herrlichen Gotteshauses, daß er, als hat-te er seinen schnellen Tod geahnef, ein Jahr vorherbey voller Kraft im 25. Lebensjahre von seinen Bru-dern sich feyerlich versprechen ließ, sie würden, wenner vor ihnen sterben sollte, den angefangenen Baunach Kräften eifrig fortsetzen. *)
Gewiß dachte auch Albrecht III., welcher über3o Jahre Österreich allein beherrschte, mit der Thatseines dem Bruder gegebenen Versprechens, eben so
*) Steyerer Col. 406.