zu St. Stephan. 45
Baumeister ordnete mehrere Arbeiten im Innernder Kirche an, unter andern die wunderschöne Kan-zel und den kleinen Seiten - Orgelchor , von wel-chen in der Beschreibung der Kirche aussührlicher wirdgehandelt werden. An diesen beyden Werken sieht manPilgram von geschickter, vielleicht eigener Hand in na-türlicher Größe bis zur Brust in Stein ausgehauen undin fensterartige Öffnungen gesetzt, als wollte er dasUrtheil der Menschen und die Wirkung belauschen, dieseine Arbeiten auf dieselben äußerten. —Ob Pilgramdie Freude erlebt habe, den Thurm, der ihm so vieleEhre bringt, vollendet zu sehen, ist nicht gewiß, dochmöglich, angenommen, daß er etwa 4 » Jahre altwar, als er den Thurmbau unternahm. —Ein ziem-lich hohes Alter scheint er erlebt zu haben, sein Ge-sicht zeigt einen kraftvollen und durch Arbeit gestähltenGreisen, mir sehr ausdrucksvollen Zügen, welcheKlugheit und Erfindungsgeist verrathen.
Im Jahre 1446 scheint Pilgram schon todt gewe-sen zu seyn; denn damahls war Hans Puchspaum,einst, wie man sagt, Pilgrams Schüler, als neuerBaumeister der Kirche aufgenommen, der dann vierJahre später die eigentliche Grundveste des zweytenThurmes gelegt und mit dem Baue den Anfang gemachthat. Schwerlich hätte man dem ehrwürdigen Greise dasHerzleid zugefügt, bey seinen Lebzeiten einem andern,der ihm beym Baue des großen Thurmes gedient, denBau des zweyten zu übertragen.
Das Mährchen, Pilgram habe den Puchs-paum, dem noch als Lehrjungen die Führung des