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II. Jahrgang. I. Band.
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46 I. Die Metropolitankirche

zweyten Thurmbaues aufgetragen worden, aus Neidvom Gerüste herabgestürzt, ist nicht nur von Schrift-stellern öfter wiederhohlt, sondern auch durch eine förm-liche VolkSsage, die sich an ein uraltes Bildwerk desDomes lehnt, verewigt worden. Am Riesenthor nähm-lich zeigt sich in der Hohe ein Jüngling, der seinenverletzten Fuß auf das andere Knie zu stützen scheint.(Ogeffer S. »6.)Schon Tilmez und nach ihm Fi-scher und Ogesser haben diese Fabel als solche er-kannt und gerügt. Bedürfte sie einer ernsthaften Wi-derlegung , so genügte die Andeutung, daß Buchs-baum schon vier Jahre vor dem Anfange des zweytenThurmes, Kirchenbaumeister, also nicht mehr Lehr-junge gewesen.

Es ist gewiß für die Sitten- und Sagengeschichte desMictelalters bedeutungsvoll, daß dergleichen Erzählun-gen von boshaften Meistern und verfolgten Jüngern öf-ters in großen Baugeschichcen eingewebt erscheinen.Ähnliches erzählt 'man von der schonen Kirche zu S t.O ue n in der Normandie, welche von Einigen für dieherrlichste in ganz Frankreich gehalten wird , deren reichverzierter Thurm mit seinen fliegenden Bogen sich wieaus Gußeisen leicht und blühend erhebt, unten vier-eckig , an jeder Ecke mit schonen Thurmpfeilern ver-sehen, oben achteckig und endlich durch eine Krone vonLilien geschloffen. Einer der berühmten Baumeister je-ner Kirche (um i5i8) hieß Alexander B e r n e-v a l, von welchem sich im Volke folgende Sage er-halten hat: Er hatte das herrliche runde Fenster an dersüdlichen Kreuzvorlage verfertigt, sein Lehrling aber