zu St. Stephan. 47
suchte den Meister durch ein Fenster am nördlichenTheile zu überbiethen. Der ergrimmte und neidischeMeister ermordete dafür den unglücklichen Schüler.Alexander büßte zwar die grause That mit dem Tode,aber die dankbaren Mönche, welchen der Gottesdienstjener Kirche oblag, forderten seinen Körper, begru-ben ihn in ihrer, vom Alexander geschmückten Kirche,und ließen ihn auf dem Grabsteine in Lebensgröße ab-bilden mit dem zierlichen Fenster in der Hand. —Ähnliches wird von derD 0 mk i rche zu Prag undvon der Kirche zu Collin in Böhmen, welche umdieselbe Zeit entstanden, noch heute vom Volke er-zählt, und es würde nicht schwer seyn, in der al-ten und neuern Fabel analoge Sagen aufzufinden.—Der scheinbare Widerspruch, daß nach Einigender Grund zu dem zweyten Thurme zugleich mit demersten, i35g, nach Cusp i n i an aber erst >444 ,und noch einmahl i45o gelegt worden sey, läßt sichetwa so vereinigen, wenn man die erste Handlung Ru-dolphs 135^ für gleichzeitige Ausmessung des dem zwey-ten Thurm bestimmten Platzes annimmt, die spatereaber für erneute Grundgrabung, und die letzte endlichfür'die eigentliche nach sechsjähriger Unterbrechung insWerk gesetzte Legung des Grundsteins, die unterFried-richs IV. Regierung am St. Hippolytustage unterVortragung des hochheiligen Sakraments, in Gegen-wart der österreichischen Prälaten und Pröbste, derGeistlichkeit von St. Stephan , der erbländischen Hof-ämter, der Hochschule, des Bürger- und Münzmei-sters, des Stadrrichters und vieler Edlen Statt fand.