Das Innere der Kirche. 87
deckte Vertiefungen, aus welche», wie aus Fensterndie hoch erhobenen fast lebensgroßen Brustbilder der vierKirchenlehrer, jeder in dem ihm zukommenden Ornateund die Arme auf Bücher gestützr, hervorschauen.Leider ist einer derselben durch eine neuere, äußerstschlechte Statue, die zur Seite eines Altares steht,ganz verdeckt. Die übrigen aber darf man nur rechtaufmerksam betrachten, um den Meister der von unsbeschriebenen Büste Pilgrams auch in ihnen wiederzu erkennen; so wahr und lebensvoll und die Züge,so breit und großartig alle Theile der herrlichen Kö-pfe, so meisterlich das Ganze in Zeichnung und Aus-führung! diese Vertiefungen werden durch Pfeilervon einander getrennt, vor welchen kleine Heiligen-bilder stehen. Der Fuß, der die Kanzel stützt, be-steht aus mehreren freystehenden, gothischen Pfeilernund Bogen, zwischen welchen etwa zwanzig der zier-lichsten kleinen Heiligennguren von sechs Zoll in derHohe stehen, die aber leider großentheils verstümmeltsind. Was noch übrig ist, zeugt von trefflicher Künst-lerhand, jener Zeit vollkommen werth, die PilgramsBüste hervorgebracht. Das Dach, besonders zierlichund leicht, in Einklang mit dem steinernen Unter-theile, aus Holz geschnitzt, hat die Form eines acht-eckigen Gebäudes, und ist mit einer hochaufsteigen-den Spitze gekrönt. In den Feldern des kleinen Ge-bäudes sind bildlich die 7 heiligen Sakramente darge-stellt, zwischen jedem derselben aber steht ein zierli-cher Thurm,der wieder durch Gegenstreben mit demKern des Daches in Verbindung steht. — Das Trep-