Band 
II. Jahrgang. I. Band.
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94 Das Innere der Kirche.

zur schönsten aller Kapellen des Domes, die setzt auchauf eine musterhafte Weise zu neuem Glänze herge-stellt ist.

Hier am Schluße der Beschreibung scheinen eini-ge Worte über das Verhältniß unserer Kathedrale zuden anderen berühmteren Dome» Deutschlands ausjener Zeit, nicht überflüssig zu seyn.

Der St. Stephansdom wird mit den Münsternzu Straßburg, Köln und Frey bürg zu denersten und vorzüglichsten kirchlichen Gebäuden Deutsch-lands.gezählt. Diesen Rang sichert ihm hauptsächlichder große Thurm, der an Stärke von keinem, an Hö-he von wenigen, an zierlicher Leichtigkeit aber vonmehreren, besonders dem Thurme zu Frey bürgübertreffen wird. Denn der eine K ö l n e r t h u r m er-reichte nie mehr als ein Drittheil seiner Höhe, kannalso eigentlich nur aus den noch vorhandenen Aufris-sen beurtheilt werden, ebenso der halbvollendece Thurmzu Ulm, der an Reichthum und ausgesuchtem Schmuckalle andern hinter sich zurück läßt, aber freylich auchnicht mehr die reinen, einfach regelmäßigen Formen derbesten Zeit ausweiset, die man an den Kölner - undFreyburger- Thürmen bemerkt.

Den größten und ausgebreitetsten Ruhm hatteim Mittelalter und später noch, so lange gothischeBaukunst geübt und geachtet wurde, der Kölnerdom,und der wenige Jahre nach diesem, in neuer Herrlich-keit vergrößerte Straßburger Münster. Die Bauhüttedes letzten wurde die Pflanzschule der übrigen , und derMünster selbst wie der Dom zu Köln Vorbild dermei-