Das Innere der Kirche. g5
stcn spateren Baue. Erwins hoher Bau der west-lichen Fronte zu Straßburg gehört auch ohne Zweifelzu den größten und herrlichsten Denkmahlen der kirch-lichen Baukunst. Indessen ist doch der Dom zu Kölnsein unläugbares Vorbild in vielen Beziehungen undein noch tieferes und vollendeteres Werk der Baukunst,welches wohl, nach dem Fertigen und nach den Rissengewürdiget, das höchste und reinste Muster bleibenwird. Denn, abgesehen davon, daß der StraßburgerMünster, (darin ähnlich unserm Dome) nicht nach ei-nem geschlossenen Plane entworfen, sondern eineralteren Kirche angefügt ist, scheint es mir, daß auchseine Hauptfronte (wo sich zwischen den Thürmen, demwahren gothischen Style fremd, eine gerade oben flacheWand hinzieht), trotz der reichen Verkleidung doch dieunaussprechliche Erhabenheit der Vorderseite des Köl-ncrdomes Zange nicht erreiche, zwischen dessen Thür-men sich ein Giebel, übereinstimmend mit ihnen unddem Geiste des Ganzen, in Pyramidenform erhe-ben sollte.
Die Riffe der Kölnerthürme zeigen eine unseremStephansthurme ähnliche, aber viel reichere und luf-tigere Anordnung der Zierathen, sonst haben sie wiefast alle Thürme, die Grundform, das Viereck mitdoppelten Pfeilern an jeder Ecke, also eigentlich Achteck,mir ihm gemein. An Höhe würde der Kölnerthurm,wäre er ausgebaut, sowohl den Straßburger als Ste-phanslhurm übertreffen, sowie die Kirche alle gewöhn-lichen Maaße und Begriffe überschreiten würde.
In Ansehung des Aufrisses und der Verkheilung