gG Das Innere der Kirche.
der Pfeiler und Zierden hat unser Thurm große Ähn-lichkeit mit dem halbvollendeten Thurm des Präge r-domes zu St. Veit, nur daß dieser in viel klei-nerem Maßstabe und weniger reich angelegt ist. Glei-ches Aufstreben der aus einander hervorwachsenden,immer verjüngten Pfeiler und Svitzsäulen, gleicheStellung der Fenster, kurz die Physiognomie beyderThürme ist sich gleich. Carl IV. begann diesen Baui344, Rudolph IV. den seinigen i365. Der Her-zog , der es seinem kaiserlichen Schwiegervater in sovielem gleich zu thun strebte, überboth hier in Prachtund Große weit des Kaisers Bau, der noch überdießvon seinen Nachfolgern unvollendet verlassen wurde,während Österreichs Herzoge den ihrigen zu einer soruhmvollen Hohe brachten. Die Bauart unserer Ste-phanskirche aber ist von der des Pragerdoms ganz ver-schieden, der dagegen mit dem Chore des Kölnerdomsauffallend, nur in der Größe nicht, übereinstimmt.Beyde haben außen die hochgeschwungenen zierlichenEegenstreben, innerhalb aber den Umgang um denAltar mit vielen Nischen und Kapellen. Weder das einenoch das andere findet sich in unserm Slephansdome.
II. Die Kirche zu Maria-Stiegen.
Es sind nun drey Jahre verflossen, seit diese alte,kunstreiche Kirche, unter der Fürsorge des MonarchenSelbst—der die bedeutenden Kosten großmüthig be-stritt, und auch hierin seiner Zeit mit einem schönen