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II. Jahrgang. I. Band.
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n. D i e Kirche zu Maria-Stiegen. 97

Beyspiele vorging nach harter Zeit der Entweihungund Verwahrlosung wieder zu neuem Glänze auferstan-den ist. Diese Herstellung istdas erste Beyspieleiner mit wahrem alterthümlichem Sinn und mit Liebefür die alte Kunst unternommenen vollständigenE r n e u u n g einer gothischen Kirche, vor welcher mansich noch vor fünfzig Jahren gar sehr gehütet und lie-ber das Fehlende mit dem meisten Vorhandenen durchmoderne, unpassende Zierathen ersetzt haben würde.Hier aber tritt an dem hohen gothischen Baue selbstnichts fremdartiges, nichts störendes dem Eintre-tenden entgegen; man glaubt sich urplötzlich in dasvierzehnte Jahrhundert versetzt., weil die Kircherein und neu, wie aus den Händen der alten Srein-metze eben erst hervorgegangen erscheint, man schautdie erhabene Schönheit des Styles in ihrer ursprüng-liche» Gestalt und fühlt ihre wunderbare Wirkungaus das Gemüth.

Durch mehrere kunstliebende und werkkundigeMänner ist diese Wiederherstellung glücklich zu Standegebracht. Einen großen Vortheil gewährte hierbey die,wieder in ihrer ganzen technischen Vollkommenheit,auch bey uns in Wien geübte Kunst der Glasschmelzmah-lerey (encaustischen Glasmahlerey) , wodurch die häu-fig verwahrlosten bunten Fenster, die dem gothischenBaue, wo alles blüht und lebt, durch ihren geheim«nißvvllen Glanz so innig verwandt sind nicht nurergänzt, sondern auch von derselben Güte, Dauerhaf-tigkeit und Klarheit, wie die alten, neu verfertigtwerden können. Der um die Verbesserung dieserII. 3ahrg. De»kwürS»gk«it«n t.BS. t. Heft. 7