IT. D i e Kirche zu Maria-Stiegen. 99
wölbe/ mit zahlreichen Kappen und Gurten, wahrendder hohe Chor nur mit einem einfachen Kreuzgewölbebedeckt ist. Derselbe Unterschied ist schon bey dem St.Stephansdome, in welchem ein gleiches Verhältnißstatt findet, nachgewiesen. A l b r e ch t III. war es, der imVereine mit dem Pafsauerbischofe Georg v. H 0 h en-l 0 h e, 1892 den Grund zum hohen Chore und zur Ver-größerung der Kirche legte, die von seinen NachfolgernAlbrecht IV. und W.i l h e l m 1412 vollendet wurde.
Freylich darf auch diese Kirche, in Hinsicht aufden Plan und die äußere Anlage nicht als Muster auf-gestellt werden, denn außerdem schon bemerkten Feh-ler ihres durch die verschiedenen Zusätze verursachrenlang gestreckten Grundrißes hat sie nach dem Beyspie-le des Domes nur einen reich geschmückten Thurm;von einem zweyten scheint nie die Rede gewesen zuseyn, und dieser eine Thurm steht nicht vorn, sondernim Kreuze. Aber alles dieses entschuldigt hinlänglich derenge, höchst ungünstige, auf der ganzen nördlichen Lang-seite von einem Abhänge und von Häusern begränztePlatz , der auch dem geschicktesten Baumeister die freyeEntwicklungdes Baues unmöglich gemacht hätte. — Dieschöne Sorgfalt, die den Herstellungsbauleicete/vol-lendete nun ihr Werk dadurch, daß ein großer Theilder nächsten störendsten Umgebungen weggerissen unddie westliche und nördliche Seite dem freyen Anblickevollkommen geöffnet wurden.
Bey ihrer geringen Breite konnte die Kirche nurein einziges Schiff, ohne Abseilen erhalten, dasvon sechs und zwanzig hohen und schmalen Glasfen-