ioo II. D i e Kirche zu A)? a ria - S ti e g e ii.
stern erleuchtet wird , zwischen welchen vier und zwan-zig mehrstämmige, schlanke und höchst zierliche Wand,sänken das vom Eingänge an zehn, im Chore aberzwölf Klafter hohe/ spitze Gewölbe tragen. Diese Höhe,die vielen und großen Fenster, der Mangel an Mit-telpfeilern und die zweckmäßige gelbgraue Steinfarbeder Wand, von welcher die weiße» Statuen und al-les Zierwerk vortrefflich gehoben werden, gibt derKirche eine außerordentliche Heiterkeit und Klarheit,die aber in früherer Zeit, wo wahrscheinlich die mei-sten Seitensenster aus gemahlten Scheiben bestanden,in ein dämmerndes Helldunkel gewandelt war. Jetzthaben nur die drey hohen Fenster hinter und nebendem Hochaltar bunt gemahlte Scheiben, welche sämmt-lich aus dem i5. Jahrhundert zu seyn scheinen, undworauf die Marter des Heilands nebst ander» bibli-schen Darstellungen abgebildet sind, die bey ihrer Höheund Entfernung, so wenig als die Schrisrzeilen da-zwischen, zu unterscheide» sind. Von den Fenstern die-ser Kirche sind drey, wenigstens die obern Theile der-selben, schon vor mehreren Jahren in denso genann-ten Aufnahmssaal im Ritrerschloße zu Laven bürgversetzt worden, wo sie noch zu sehen sind , und derenHarbenglanz und schöne Verzierungen Bewunderungerregen. Man bemerkt auf ihnen eine zierliche, gothischeSchlußpyramide mit Engeln, die heilige Katharinaund Barbara, den englischen Gruß, die Vermählungund Heimsuchung Mariens , endlich zwey Fürsten, wo-von der eine einen schwarzen Adler neben sich hat.
Der hohe Chor (das Presbyterium) oder dervordere Theil der Kirche zeigt an jedem der zehn