III. Die Kirche z u St. Michael. io 3
Was von ihrer Baugeschichte bekannt ist, be-schränkt sich auf folgendes. Leopold VII. oder derGlorreiche aus dem Geschlecht der Babenberger bauteste um i22o. Im Jahre 1276, dem Jahre, wo Wienvon den furchtbarsten Verheerungen durch Feuerheim-gesucht wurde/ theilte sie mit andern Kirchen, dasLoos der Pfarrkirche St. Stephan; alles Brennbareward ein Raub der Flammen , selbst Gewölbe konntenihrer Wuth nicht widerstehen. Nach zwölf Jahren er-hob sie Herzog Albert, des großen Königs RudolphSohn, aus ihrem Schütte, erweiterte sie und schloßdie bis dahin freystehende St. Niklas - jetzt Johannis-kapelle an dieKirchean. Eine neue Feuersbrunst, i 3 ig,beschädigte die Kirche, die im Jahre i 3 ,40 wieder auf-gebaut und gegen Osten mit dem neuen hohen Choreverlängert wurde, an den aber erstHerzog Albert istr6die letzte Hand anlegte, nachdem die Kirche das dritteMahl, i 35 o, abgebrannt war.
Mit diesen Daten stimmt der Charakter der ver-schiedenen Bauarten gut überein, in so fern nähmlichdie großen Modernisirungen , die die Barnabiten , vomJahre 1626 an, an Kapellen und Altären vornahmen,diese Beurtheilung noch zulassen. Dem alten Bauedes i 3 . Jahrhunderts gehört noch der ganze untereTheil der Kirche, das Langhaus oder Schiff mit denbeyden Abseiten daneben, und auch am Äußern derKirche zeigt noch der südliche Vorsprung des Kreuzes,von der Seite des rechts angebauten Hauses betrachtet,die alte Bauweise mit den Bogenreihen und plum-pen Eckpfeilern, dergleichen auch am Dome bemerkt