Band 
II. Jahrgang. I. Band.
Seite
109
JPEG-Download
 

«

D i e M i n o r i t e n k i r ch e. 109

ge aufgestellt war , spurlos verschwinden konnte ,während man doch sogar die Stufe» dieser Stiege nachder eben damahls umgeänderten Augustinerkirche schaff-te/ um auf ihnen einen neuen Hochaltarim römi-schen Style" aufzubauen. Wie leicht wäre es gewesen,ein Denkmahl wie dieses durch Versetzung in eine andereKirche zu retten! Alle unsere Nachforschungen darumwaren vergebens.

Es war ein großer marmorner Sarkophag, aufwelchem Blanca, eine anmuthige blühende Fürstin»,in der gewöhnlichen Nonnentracht ruhte, ihr zurSeite das zarte Knäblein, welches bald nach der Ge-burt, vielleicht zugleich mit der Mutter, des Todesverblich. 'An den vier Ecken des Sarges sah man ebenso viele Genien , und unten an den, Fußgestelle dessel-ben in erhobener Arbeit eine Reihe von Mönchen (min-dere Brüder, Minoriten), welche durch Gebärden undStellung die Trauer und Klage, um die früh VerlorneStifterinn ausdrücken. Mitdiesem Kunstwerkeverlor Wien wahrscheinlich d a s ä l t e st eund eines der vorzüglichsten Denk-mahle der bildenden Kunst. Ohne Zweifelwiderfuhr ihm dasselbe Loos, welches so viele Monumen-te, z. B. die Statuen Rudolphs von Habsburg,und seinerGemahlinn, zu Tuln, getroffen, als alles Steinwerkzerschlagen und zum Bauen verwendet zil werden!

Schon Albrecht l. hatte sich 1298 eine Hof-kapelle erbaut, nicht minder Ru dolph IV., deri 35-7 das Zimmer, wo er geboren war, 1» eine Ka-pelle verwandeln ließ; auch der zweyte König A l-