Band 
II. Jahrgang. I. Band.
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Hofburgkapelle.

brecht, die Lust und Freude seiner Völker, soll ei-ne Burgkapelle gebaut haben. Die jetzt bestehende istaber ohne Zweifel jene, welche Kaiser Friedrich IV.auf dem Grunde der R u d o l p h i n i sch e n hatte her-stellen und i 449 einweihen lassen. Was schadhaft ge-worden, ließ Maria Theresia 1746 im altenStyle glücklich herstellen; deßhalb stört wenig fremd-artiges in der nur kleinen, hinter dem Altare dreyseitiggeschlossenen, Kapelle, die wenig Ausgezeichnetes har.Von Außen ist nur die Altarvorlage mit zwey Stre-bepfeilern und Statuen unter Baldachinen noch sicht-bar. Alles Übrige ist verbaut.

Die Sage macht das St. R u p re ch ts ki rch l e i nzur ältesten Kirche Wiens: des heilige» Rupert,Apo-stels der Bayern , Schüler, Cunald und Gisalrich , wer-den als die Erbauer des Kirchleins, um 700, genannt.*)Aber wer mag alle die Umwandlungen nachweisen, diediesen Bau trafen, bis Georg von Äuersberg diefast verfallene Kirche 14Z6 wieder herstellen ließ % Sie be-steht aus zwey abgetheilten Schiffen von ungleicher Brei-te und Höhe, wovon das nördliche (links) wohl dem Um-fang, der Größe und den Grundmauern nach, dem älte-sten Gotteshause, welches hier stand, entsprechen mag,das südliche kleine Schiff aber sicher Anbau von i 436 ist,wie schon der Eingang mit dem spitzen Bogen andeutet.Die Fenster im älteren Theile haben ungleiche Größeund stehen ohne Symmetrie. Noch ist ein Taufstein roni 5 oo zu erwähnen, der anfangs zu so seltsamen Deu-

») S- 11. Bandes. 2. Heft S. 32, 33. Die Abbildung diesesKirchleins ist die Vignette jlim III. Bande der Geschichte.