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Der Stephansdom.
mondsnacht, ein Zauber ohne Gleichen/ über derErde himmelan strebt/ gibt für Menschenwitz undMenschenkraft ein ergreifendes Zeugniß: aber, seinehohe Bestimmung herrlich erfüllend, ist es auch dasrührendste Sinnbild des ungeheuern Abstandes allesirdischen Forschens und Treibens von dem ewigen,höchsten Gedanken, in dieser kühn und hoch empor-getriebenen Spitze unermeßlichem Abstand vom Him-mel, dessen Blitze sie doch so oft erreicht haben! —Dennoch stiegen von hier, seit sieben Jahrhunderten,die innersten Regungen und Wünsche der gläubigenMenge auf den Adlerschwingen des Gebeths und Gesan-ges zum Himmel empor; von dem Abschiedssegen überKaiser, Könige und Heeresfürsten der großen Kreuz-zug e vor diesem Riesenthor ausgesprochen und von R u-dolphs Dankgebeth'für den Sieg über Ot-tokar, bis auf so manchen Seufzer und Schrey inden wilden Vormundschafts- und Bruderzwisten, Glau-bens- und Bürgerkriegen und zwey Mahl in deräußersten Gefahr durch den Erbfeind der Chri-stenheit, zwey M a h l in der b o n a p a r t i s ch e nEroberung, in der seine Prätorianer, gleich den Tür-ken, diesen herrlichen Kunstbau, zum Richtpunct ih-rer Geschosse erwählten und in so vielen Triumphen,die seines Volkes unzerstörbare Lieb' und Treue,Franz dem I. an dieser heiligen Statte bereitethaben, inniger noch, wo möglich, in den TiefendesUnglücks, als nach der, durch ein Vierteljahrhun-dert beyspielloser Prüfungen, endlich erstrittenen Welt-befreyung.