Band 
II. Jahrgang. I. Band.
Seite
7
JPEG-Download
 

Der Stephansfreythofu. d. Capellen. 7

Allgewaltiger für Erinnerung und Ahnung undinmitten der Verwesung, dauernder, als was überder Erde, in prächtigen Kunstfelsen sich erhebt, ist,was unter der Erde, dem jüngsten der Tage ent-gegenschlummert, die Gräber, um und in derherrlichen Kirche, das heilige Feld, (Campo santo)wie die Italiener es gerne genannt und mit dem Köst-lichsten der alten Kunst geschmückt haben, der Hofdes Friedens, in unserer Mundart:

Der Stephcmsfreythof und die Capellen.

Wie man noch unter Carln VI. vom fyeuti$enBurg platz über den , in schwacher Spur, dort nocherkennbaren Burggraben, nur mittelst einer Zugbrü-cke in die Burg gelangte, die in jeder Nacht festungs-weise geschloffen ward, wie Rudolph seine Univer-sitätsstadt mir Mauern umfangen und geschlossen habenwollte, so war auch St. Stephans Dom allerwärts mitMauern umfangen und geschlossen. Mit der gegen-überliegenden Brandstatt verband ihn ein mächtigerBogen,der H c i l t h u m s st u h l", also genannt,weil auf selbem alljährlich an den bestimmten Fe-sten die Reliquien dem Vdlke gezeigt wurden.Leopold I. ließ ihn 1700 bis auf ein geringes Stückabbrechen, das mit den Wohnungen des Küsters oderMeßners und des Bahrausleihers oder TodtenansagerSgegen den Bischofhof enge zusammenhing. Auch die-ses verschwand in den, unter Joseph II. 1788 undunter Franz I. 1792 geschehenen Veränderungen. .Noch in Josephs Tagen waren vier T h 0 r e in den