Band 
II. Jahrgang. I. Band.
Seite
8
JPEG-Download
 

8

Der Stephansfreythof

Stephansfreythof: das Meßnerthor, anden Bischofhof anstoßend; das Thor bey der Ca-pellmeisterswohnung, (beyde wahrscheinlich 14.66 unterFriedrich IV. erbaut,)'letzteres »670 unter Leopold I.erneuert; das Thor gegen die Schulcrstraße , dieJahrzahl 1688 und jenes von der Singerstraßeherein, an die erzbischöfliche Kur, die Jahrzahl 1674tragend.

Von den R ö m e r t a g e n bis auf die unsrigen,von Kriegsleuten der X I. und XV. Legion und vonjenem Titius Finitus, den mit Gattinn und Kind,im Basrelief ein, lange an des Küsters Wohnungeingemaüerter, rother Marmorstein darstellte, (Ti-tius Finitus -vivens fecit sibi et Jucundae, Ci-vis filiae, conjugi, anno XL) bis auf den unver-geßlichen , neunzigjährigen Greis Hohenwart, dieserKirche Fürsten, bewahrte dieser Umkreis, Gräber ausallen Jahrhunderten. Der zu jeder Zeit, nur in je-der unter einer andern Gestalt hervortretende Vanda-lism gemeiner Seelen, hat mit den Römersteinen,wie mit jenen der Zeitgenossen, zum unersetzlichen Nach-theil der G e sch i ch t e wie der K u n st, auf dieselbeWeise gehandelt. Denkmähler ohne Zahl wurdengleich andern Steinen, zum Baue, zur Pflasterungverwendet. In der Reformationszeit ging derB i l d e r st ü r m e r e y häufig auch die G b e rstür-merey zur Seite und als Zeichen des tiefsten Fallesund der höchsten Verwilderung, ein recht eigentlicherHaß gegen Alles, was den Glauben an die Fortdauernach dem Tode, an Unsterblichkeit in Bild oder Rede